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Joël Kaczmarek: Kunst trifft digital. Der Podcast. So, lieber Sebastian, Heute brauchen wir aber edle, schöne, liebevolle Musik, wenn ich unseren Gast heute ankündige, oder?
Sebastian Krumbiegel: In Dur oder in Moll?
Joël Kaczmarek: In Moll erst nachher.
Sebastian Krumbiegel: Okay, dann machen wir in Dur.
Joël Kaczmarek: Meine Damen und Herren, ich glaube, Er ist der charmanteste Mime, den das Deutsche und auch das internationale Fernsehen kennt. Ihr kennt ihn aus lustigen Filmen wie Der Schuh des Manitu, Otto, Aber auch aus internationalen Produktionen mit Gregory Peck, Anthony Quinn oder auch Tom Cruise und Nicole Kidman. Er hat insgesamt acht Bücher geschrieben, Er synchronisiert, Er setzt sich ganz stark ein für wichtige Dinge wie PETA, DIE Felix Burda Stiftung, Make-A-Wish Deutschland oder auch die McDonald's Kinderhilfe Stiftung. Also, ihr merkt, Er ist ein nicht nur charmanter Mann, sondern auch ein Alleskönner. Lieber Sky, du auch. Schön, dass Du da bist.
Sky du Mont: Ja, du hast ja eigentlich schon alles gesagt. Einen schönen Tag, noch. Was habe ich noch zu erzählen? Mach's gut, Sky. War gut mit dir. Du hast ja alles gesagt.
Sebastian Krumbiegel: Es ist echt schön, dass Du da bist. Wir haben vorhin gerade überlegt, wann wir uns kennenlernten. Es war eine Talkshow,
Sky du Mont: ja. Wir waren für verschiedene Parteien da, und ich war sehr unfreundlich.
Sebastian Krumbiegel: Genau, Ich war für die SPD sozusagen.
Sky du Mont: Du hast für jemanden geschwärmt, den ich ganz doof fand. Ich weiß nicht, wer das war.
Sebastian Krumbiegel: Ich weiß nicht, wer das war. Gerhard Schröder.
Sky du Mont: Da wussten wir ja noch nicht, dass er so doof ist.
Sebastian Krumbiegel: Das stimmt natürlich, ja.
Sky du Mont: Dass er so doof wurde, weil damals war ja ziemlich gut,
Sebastian Krumbiegel: was er gemacht hat. Fort von Sigmar Gabriel, Damals wussten wir ja noch gar nicht, dass er so doof ist.
Sky du Mont: Ja, eigentlich schade. Es ist schon wirklich schade,
Sebastian Krumbiegel: Was mit der SPD gerade passiert.
Sky du Mont: Also Willy Brandt und Helmut Schmidt. Und so weiter.
Sebastian Krumbiegel: Uns unterstützen wird es ganz schön schwer gemacht, irgendwie für die SPD. Eigentlich könnt ihr Es lassen,
Sky du Mont: weil das wird erstmal nichts, weil ihr habt ja gar keinen Trauerspiel.
Sebastian Krumbiegel: Sehr schwierig. Aber ich versuche ja immer zu sagen, in Guten und in schlechten... Tagen.
Sky du Mont: Meine Mundwinkel gingen nicht weiter runter, wenn ich Sie sehe,
Sebastian Krumbiegel: dann weißt du schon,
Sky du Mont: wen ich meine.
Sebastian Krumbiegel: Du warst für die FDP angetreten, da warst du sogar Mitglied, damals. Und bis dann irgendwann...
Sky du Mont: Ich bin ausgetreten. Ich bin ausgetreten, nachdem die FDP sich einfach davongestohlen hat. Nach der Wahl. Und ich hatte sehr viele Leute davon überzeugt, die FDP zu wählen. Und die waren zu recht sauer. Und ich war es auch, weil. Man stiehlt sich nicht aus der Verantwortung. Denn letztendlich sind diese ganzen Wählerstimmen
Sky du Mont: Leute, die für dich gewählt habt, landen im Papierkorb. Und das ist eine Missachtung. Wenn man die Wahl verliert, dann hat man gar keine Alternative. Aber wenn man die Chance hat, zu verhandeln, dann wirft man sozusagen wie so ein kleiner, zickiger, bockiger Junge mit Pickeln, einfach, sagt der Kleine, nicht mehr. Zickiger,
Sebastian Krumbiegel: Bockiger Lindner.
Sky du Mont: Geht gar nicht. Ja gut.
Joël Kaczmarek: Ich habe jetzt ein bisschen überlegt, ob ich das nicht relativ schlau, finde, weil ich immer so den Eindruck hatte. Der kleine Bruder in der großen Koalition, Der wird eigentlich immer zerrieben. Hatte der dafür vielleicht Schiss, dass er irgendwie in der CDU-Regierung dann so die nächste SPD, wird?
Sky du Mont: Ne, Ich glaube, dass er was anderes wollte. Das ist Spekulation. Ich glaube, er wollte die Merkel weg. Und das ist ja nun wirklich so, als würde ich sagen, Leute, vergesst, Goethe, jetzt bin ich da. Das heißt,
Sebastian Krumbiegel: ich bin ja mittlerweile Fan dieser Frau geworden, muss ich ja ehrlich sagen. Ja,
Sky du Mont: Fan nicht, aber sie beruhigt mich. Genau, das ist richtig. Und ich glaube, das ist auch Ihre Wirkung, dieses absolute, souveräne, ruhige, Selbst wenn sie neben Trump sitzt und sagt, sollen wir einen Handshake machen. Und das, Dann wird er sagen, ja, ich schon, Arschloch, sitzt da, bockig und weigert sich, und dann grinst sie. Und da könnte ich sie umarmen. Das ist wirklich Größe. Sie könnte ja auch beleidigt sein, aber nein. Also stell Dir mal vor, Jemand anderes hätte da gesessen, einen Namen, den ich vorhin gesagt habe.
Sebastian Krumbiegel: Naja, Ich glaube, Das ist schon der Unterschied zwischen Alpha-Männern und zwischen einer Frau, die es geschafft hat, All diese Alpha-Männer wegzubeamen. Also was da abging mit diesen ganzen, wie sie alle hießen, die alle auf ihren Stuhl wollten und wo Sie dann, die hat sie ja weggelächelt. Oder gelächelt weiß ich gar nicht so genau. Aber lass uns Politik heute gar nicht, so das große Hauptthema, sein. Wir wollten nur ein bisschen dein... Lassen Sie uns über Sex reden. Das kann ja nicht so aussehen. Wann war das letzte Mal, wenn wir... Oh, das ist eine unfaire Frage.
Sky du Mont: Ich bin getrennt. Ich habe keinen Arjenvogel. Nein, Quatsch.
Sebastian Krumbiegel: Was machst du zur Zeit? Was ist dein Lebensinhalt? In Corona-Zeiten spielt das eine Rolle. Was ist dein lieber langer Tag zur Zeit? Ja,
Sky du Mont: es ist natürlich sehr schwierig. Im Augenblick. Die Kultur leidet ungemein.
Sebastian Krumbiegel: Und sie hat keine Lobby, die sich für sie einsetzt. Das ist das,
Sky du Mont: was mich empört. ist. Es geht jetzt nicht um Leute wie Heiner Lauterbach oder Sky du Mont, sondern es geht um die ganzen Theater. Da ist ein Theater in Frankfurt, Der hat wirklich 30 Jahre lang die Bühnenbilder gemacht und gesägt und gekauft und gearbeitet und gedruckt. Und weiß nicht, was. Der macht zu. Das geht gar nicht. Und alle sprechen von Fußball und weiß nicht was, Aber von der Kunst, der Kultur, die so wichtig ist, redet kein Mensch, kein Politiker.
Sebastian Krumbiegel: Ja, es ist ein bisschen ein Dilemma, weil wir nicht wissen, wie wir da die Kuh vom Eis kriegen. Wir können natürlich immer wieder irgendwelche Petitionen unterschreiben, Wir können Demonstrationen machen und können einfordern, dass wir ohne Kultur, kulturlose Menschen werden würden, weil ich glaube, das unterschätzen ja wirklich viele. Absolut.
Sky du Mont: Das ist ja eh schon ein bisschen, wenn Du dir vorstellst, dass du die ganzen großen Theater gar nicht mehr vollkriegst.
Joël Kaczmarek: Ich muss ja übrigens mal eine Billow-Frage stellen an dich, weil jeder aus meinem Team, also. Die Frauen waren immer alle aufgeregt und haben gesagt, sie wären auch gerne dabei, ob der wirklich so charmant ist. Und ganz viele haben mich aber gefragt, ob der wirklich Sky heißt. Und ich fand die Geschichte, die ich dazu gelesen habe, so schön. Dürfen wir einmal mit dir in die Oberflächlichkeit abtauchen, wie eigentlich der Name zustande, kommt?
Sky du Mont: Das ist nicht so oberflächlich, das ist verständlich. Es war so, dass meine Eltern geflohen sind vor den Nazis und sind nach Argentinien. Und dann wurde meine Mutter ja dann schwanger. Die wollte mich Kai nennen. Und das darfst du nicht in Argentinien, Du musst lateinische Namen geben. Und da waren sie mittelmäßig bis ganz verzweifelt und haben sich dann entschlossen, mich Cayetano zu nennen. Das durfte man, weil das kann man dann abkürzen. Auf Kai. Wir sprechen zu Hause. Englisch, weil meine Mutter ist ja Engländerin gewesen. Und als meine Mutter mich dann aus dem Krankenhaus nach Hause brachte, als kleines Rosa Bündel, war mein Bruder da, Der war damals gerade vier. Und der guckte nach oben und sagte, who's that? Wer ist das? Und meine Mutter sagte, this is Sky. Und er verstand Sky. Und dann hieß ich von dem Moment an Sky. Und als ich dann in Deutschland anfing, dass es die Pointe als Schauspieler und mich Sky du Mont nannte, haben natürlich alle gedacht. Es war in anderen Zeiten, der heißt wahrscheinlich Adolf Scheißenteich und nennt sich Sky, Und das war nicht sehr förderlich, weil die Leute gedacht haben, naja, Der ist genau so ein Hochstapler, wie weiß ich, was. Nein, aber ich heiße wirklich so, weil ich heiße eigentlich Neven DuMont und das ist der Verlag.
Joël Kaczmarek: Mit denen hängst du Familiär zusammen?
Sky du Mont: Ja.
Joël Kaczmarek: Und ist es Bürde oder Vorteil im Gewissen in deinem Leben?
Sky du Mont: Das war einmal Bürde, weil der andere Onkel war ja vom ZDF ein ganz oberes Tier. Und der hat sehr meine Karriere versucht Zu hemmen, weiß nicht, warum, aber er war eigentlich der Schullöffel meiner Karriere, weil Leute wie Helmut Ringelmann, das wird dir nichts sagen, Ringelmann hat damals den Kommissar gemacht, produziert, Dann hat er Derek produziert, Der Alte produziert, also eine der ganz großen, großen Produzenten. Und als ich mich damals bei ihm vorstellte, als Neven Sky du Mont, war er neugierig, weil er natürlich sein Oberster war. Damals Jürgen Neven DuMont. Und der muss irgendwie ganz schlecht über mich gesprochen haben. Am Telefon vor ihm. Und dann ist der in die Opposition gegangen und hat gesagt. nee, ich lasse mir doch nicht von irgendeinem ZDF-Mann Hier sagen, wen ich engagiere. Und hat mich in 21 Derricks besetzt. Und das war der Beginn meiner Karriere.
Sebastian Krumbiegel: Und du bist aber eigentlich in London aufgewachsen?
Sky du Mont: Nein, aufgewachsen, nicht. Ich war sehr viel in England. Also Ich war eigentlich in der Schweiz im Internat.
Sebastian Krumbiegel: Ab wann bist du aus Buenos Aires weg?
Sky du Mont: Ja, mit fünf. Da war ich fünf Jahre alt. Deswegen kenne ich auch kaum mehr Spanisch. Ach,
Sebastian Krumbiegel: das ist dann wirklich weg, Oder ist das nur verschüttet?
Sky du Mont: Nee, ich konnte sprechen, fließend. Aber wenn du eine Sprache nicht schreiben und lesen kannst, ist sie schnell weg.
Sebastian Krumbiegel: Und wenn du jetzt in Spanien bist?
Sky du Mont: Verstehe ich das meiste. Also, wenn einer Käme und sagen würde, warum jetzt die Klimaanlage nicht geht, dann wäre ich natürlich verloren. Aber ich kann schon mich durchfinden.
Joël Kaczmarek: Aber ich meine, wenn man ehrlich ist, Gefühlt hat der Liebe Gott dich da auch zu Schauspiel und Synchron gebaut, oder?
Sky du Mont: Nee, das war ein Zufall. Ich war ja in England, wie gesagt, und arbeitete im Immobilien, Hab. Mick Jaggers Haus verkauft. Das war sehr spannend. Und zwar, Es kam eine schwarze Limousine, vorgerollt.
Sebastian Krumbiegel: Wann war das?
Sky du Mont: Das wird gewesen sein, 68.
Sebastian Krumbiegel: Also wirklich zu den Hochzeiten, ja.
Sky du Mont: Ja, ich habe die Rolling Stones das erste Mal erlebt. Und zwar gab es einen ganz berühmten Nightclub, Adams. Ich glaube, der war so ein Freund meiner Mutter. Und der hatte diesen Club. Und der sagt, du musst mal kommen, Ich habe eine ganz tolle Gruppe dort, die da spielen. Da habe ich gesagt, wie heißen die? Rolling Stones. Da war ich noch gesagt, was für ein Scheiß. Name. Das war der Beginn damals von Rolling Stones. Und lange Rede, Kurz gesehen, Es kam eine Limousine und ich stieg ein, Da war es völlig dunkel, da hinten drin, saß irgendeiner. Ich saß auf so einem Klapsch, wie im Taxi, weißt du, diese Dinge. Und fuhr ins Chester Square, Das war so eine sehr schicke Gegend mit Häusern. Und er stieg aus und raste mit seinen dünnen Beinchen hinter mir her, Die Treppe hoch, Treppe runter und sprang ins Auto und das Auto fuhr weg. Ja, dann musste ich zu Fuß wieder ins Büro gehen, weil ich kein Geld dabei hatte. Das war meine Begegnung mit Mick Jagger. Alle gesehen habe ich nicht wirklich eigentlich.
Sebastian Krumbiegel: War er noch mit Jerry Hall zusammen? Wie hieß denn die? Die Bianca? Nee,
Sky du Mont: glaube ich, das weiß ich nicht.
Sebastian Krumbiegel: Und war das Mal ein Faceful noch?
Sky du Mont: Dass du alles weißt.
Sebastian Krumbiegel: Ich bin ein Riesen Stones Fan. Ich habe das damals alles gelesen. Nach wie vor. Und die hatten ja das Ding, dass Brian Jones und Keith Richards und Mick Jagger auch teilweise... Die Frauen wechselten dann sozusagen Band intern. Ja? Also gerade Marianne Faithfull oder Anita Pallenberg. Ja, die waren ja auch alles blonde. Das wäre was für mich gewesen. Wolltest du Rockstar werden, damals?
Sky du Mont: Nein, das wollte ich nicht werden. Nein, ich wollte erzählen, Ich war also in London und arbeitete Immobilien und habe gedacht, ich bleibe da, hatte eine Wohnung und bin dann Skifahren gegangen, hatte mein Auto im Carpark, also am Flughafen, geparkt. Und hatte einen ziemlich guten Job und hatte einen Work Permit. Damals war ja England nicht EU. Und als ich zurückkam, sagte er an der Grenze, Gehen Sie zurück IN den... In diesen Job, in dieser Anstellung. Und dann habe ich natürlich einen Fehler gemacht und gesagt, das weiß ich nicht. Und das ist Grund, einem, die Einreise zu verbieten. Also, wenn du nach Amerika fährst und die Fragen dich, wollen Sie dort arbeiten, suchen Sie einen Job, und Du sagst ja, schicken Sie dich sofort zurück. Und er sagte zu mir, Sie kommen gerade aus München, bitte, nehmen Sie Platz, Sie nehmen die letzte Maschine zurück nach München. Um es kurz zu machen, ich sagte, hallo, ich habe eine Wohnung hier, Mein Auto steht im K-Park, Ich habe kein Geld. Damals gab es ja keine... Es gab sicherlich Kreditkarten, aber man hatte natürlich keine Kreditkarte, so wie heute, jeder eine hat. Ich war völlig verloren. Ich hatte zwei Telefonate, die Botschaft war Notdienst, war ein Wochenende. Meine Mutter war wie immer nicht da, und dann flog ich zurück mit der Lufthansa nach München. Und da kam ich abends an um 21 Uhr irgendwas und wusste gar nicht wohin. Und dann hat meine Mutter mir dann organisiert, dass ich bei einer Freundin von ihr übernachte. Und dann blieb ich dann einen Monat, und dann hat meine Mutter mich auch nicht unterstützt. Und ich wollte eigentlich auch nicht, war ich bockig. Und da habe ich gesagt, in dieses Scheiß Land möchte ich nie mehr zurück, verkaufe alles, was ich habe. Und schick mir das Geld. Und dann habe ich angefangen,
Sky du Mont: Komparserie zu machen, um Geld zu verdienen. Habe im Restaurant gearbeitet und als Gärtner. Ich als Gärtner, ich habe einen braunen Daumen. Also wirklich, Nach mir sind alle Blumen gestorben. Und bei der Komparserie hat mich ein Regisseur sozusagen, ich will nicht sagen, entdeckt, Aber da waren so 20 Fotografen, Komparsen. Und der holte mich und sagt, bist du Schauspieler? Ich sage, ja, klar. Ich hatte damals schon nebenbei umsonst Schauspielunterricht, aber ich hatte natürlich keinen Abschluss, gar nichts. Und der rief mich dann Jahre später an. Nee, nicht ja, schweres Redig. Er rief mich an und sagte, ich habe eine Rolle für dich. Aber Überleg dir gut, ob du das spielst. Sag ich, was denn? Du spielst einen Bösewicht. SAG ich, ja, super, das war meine erste Rolle. Er sagt, Überleg, es dir gut. Sag ich, warum? Weil wenn du in Deutschland einen Bösewicht spielst, spielst du die nächsten 15 Jahre einen Bösewicht. Die nächsten 15 Jahre habe ich einen Bösewicht gespielt. Ich kam gar nicht mehr aus diesem Klischee raus. Das war Fritz Umgelter damals, das war meine erste Rolle. Und ich habe dann... Um aus dieser Geschichte rauszukommen, habe ich dann das Schauspielstudium zu Ende gemacht. Und habe dann auch die Genossenschafts- und staatliche Prüfung gemacht und war dann auch am Staatstheater,
Sky du Mont: Erst in München, am Residenztheater und dann am Schillertheater in Berlin. Und habe dann eigentlich keine bösen Rollen mehr spielen wollen. Aber es hat lange gedauert, bis ich dann endlich auf die komische Schiene rutschte.
Sebastian Krumbiegel: Aber nicht erst mit Otto und nicht erst mit... Nein,
Sky du Mont: ich spielte vorher Komödien, keine Komödie. Aber was film betraf, war meine erste lustige Rolle tatsächlich. Otto.
Sebastian Krumbiegel: Du bist auch 85, oder?
Sky du Mont: Das weiß ich nicht mehr.
Sebastian Krumbiegel: Glaube ich ja.
Sky du Mont: Schon lange her.
Joël Kaczmarek: Aber du bist doch eigentlich sonst, so der Prototyp des Gentleman-Deeps, des Geheimagenten. Ich weiß, ja. Keine Ahnung.
Sky du Mont: Ja, immer. Ja, furchtbar. Ich bekam mal ein Buch geschickt von einem großen Sender, und da hatte die Sekretärin vergessen, den Brief reinzulegen, Welche Rolle ich vorgesehen bin. Das hatte sie vergessen und ich fange an zu lesen, Da steht ein Mann im Bläser mit einem Seitenschal und einem Glas Champagner an der Reling seiner Yacht, da wusste ich schon. Da habe ich gesagt, nee, möchte ich nicht mehr spielen. Das langweilt mich.
Sebastian Krumbiegel: Und das war es dann auch sozusagen?
Sky du Mont: Ja, habe ich nicht gespielt. Ich habe tatsächlich fast... Fünf Jahre alles abgelehnt, weil ich einfach nicht mehr wollte. Bis dann kam Otto, glaube ich. War es Otto? Ich weiß es nicht. Der Schuh des Manitu habe ich auch alles abgelehnt. Da habe ich gesagt, nee, ich bin nicht schon wieder ein Bösewicht. Dann hat der Polizist gesagt, ja, was machen wir denn da? Ich habe gesagt, du Bully, lass mich einen Bösewicht spielen, der ein bisschen blöd ist und lustig ist. Ja, aber als das geht, es ging.
Sebastian Krumbiegel: Du hast ja voll den zweiten Frühling erlebt. Die Kids haben dich auf einmal geliebt.
Sky du Mont: Weißt du, warum? Und das ist natürlich eigentlich ein doppelter Glücksfall. Nicht nur, dass der Film so erfolgreich war und natürlich ein Bambi und ein Comedypreis. Der Film kommt jedes Jahr im Fernsehen. Das heißt, ich habe eine Gruppe von Menschen, die mich kennen, von sieben bis siebzig. Das kannst du eigentlich gar nicht planen als
Sebastian Krumbiegel: Agent. Wem sagst du das? Also wir als Band, Bei uns ist es ja ähnlich. Wir haben ein sehr breites
Sky du Mont: Familienziel. Aber Musik ist schon was anderes, weil Musik ist natürlich grenzend, überschreitend. Schauspieler nicht. Schau mal, Viele Kollegen von mir, Ich werde jetzt keine Namen nennen, weil es wirklich sehr ehrenvolle Namen sind, wie Christian Quadflieg. Die haben eine Riesen Karriere gemacht. damals, viel mehr als ich, aber dann kam nichts mehr.
Sebastian Krumbiegel: Das ist dann sozusagen der Fluch der Festlegung. Ja,
Sky du Mont: und da habe ich, Das ist ein Riesenglück, also, es ist einfach Glück. Eine große Karriere machst oder Begabung, Aber das ist wieder Musik, ist hier ja was anderes.
Joël Kaczmarek: Wie ist denn das bei Männern? Bei Frauen gibt es ja oft dieses Thema, habe ich den Eindruck, dass es so eine gewisse Altersgrenze gibt, ab, der Sie Angst haben, müssen, nicht mehr besetzt zu werden, Weil sie irgendwie vielleicht nicht attraktiv genug sind. Und dann gibt es so diejenigen, die es schaffen, so eine Diane Keaton. Zum Beispiel, die Halt auch gerade, weil sie älter ist und irgendwie volksnah wirkt, dann wieder ganz oft besetzt wird. Gibt es bei Männern auch so eine Alterssollbruchstelle im Schauspiel?
Sky du Mont: Also erstens, man muss unterscheiden, dass die Amerikaner natürlich sehr viel für ihr Ziel... Der amerikanische Markt ist ja, Ich habe Alec Baldwin, sagt Euch. Ja, alle, der spielt ja. Liebhaber, Bösewicht. Ich habe ihn gerade in einem wahnsinnig erfolgreichen Film, der jetzt gerade angelaufen ist, gesehen. Er spielt ja den extrem bösen Mann, fies, ohne Ende. Die Amerikaner sind da viel lockerer.
Sky du Mont: Diane Keaton spielt... Auch völlig verschiedene Rollen. Deutschland ist schon sehr viel eingleisiger. Da bist du der Sympathieträger oder Du bist der Komiker. Insofern ist das schon mal sehr viel schwerer. Gerade für Frauen ist das sehr viel schwerer. Ja, natürlich, klar. Bei Frauen ist ja eh. Jedes Theaterstück hat 15 Männerrollen und drei Frauenrollen.
Sky du Mont: Und so ist es ja im Prinzip auch ein bisschen mit den Fernsehsachen. Es ändert sich jetzt sehr, weil natürlich wir auch Frauenregisseure haben und Redakteurinnen. Aber die Grenze gibt es durchaus. Die gibt es natürlich aber auch für einen Mann. Mir wird keiner mehr einen Liebhaber anbieten, leider. Weil der Frauengeschmack eines Mannes ändert sich ja nicht, wenn er auch älter wird. Glaubt Ihr immer noch,
Sebastian Krumbiegel: dass die Jungen attraktiv sind?
Joël Kaczmarek: Das kann ich verstehen. Da wäre ich auch genervt, wenn ich fünf Jahre, zehn Jahre ineinander immer auf die gleiche Rolle patentiert. bin. Das spielt doch nur dasselbe, oder?
Sky du Mont: Du bist fließband und das ist irgendwann doof. Vor allem, Weißt du, wenn du dann immer so diese Blazer tragenden Leute... Ich weiß, dass ich damals... Da ging es los mit diesen Kontrollen, mit dem Gepäck. Und dann kam ich da mit Blue Jeans und Turnschuhen, also heute in Sackgarten, weil ich aus Köln komme. gerade, aber mit Blue Jeans und Pullover. Und die Kontrolleure haben mich gesehen und tatsächlich so gemacht. Weil ich nur Fiese Rollen gespielt habe. Ich fing an, als die Leiche. Beim Derek, wurde dann der Mörder, dann der Auftraggeber. Und dann wahrscheinlich oft der Anwalt, der die wieder rausgehauen hat.
Joël Kaczmarek: Also, es ist wirklich so, dass du beim Publikum dann quasi Dissonanzen gespürt. hast, dass die Dich unsympathisch fanden. Wegen den Rundschlägen.
Sky du Mont: Deutlichst, deutlichst.
Sebastian Krumbiegel: Aber das kippte dann. Das kippte dann,
Sky du Mont: ja, Das kippte natürlich durch die lustigen Rollen. Und natürlich, dann war ich dann plötzlich, natürlich, durch den Erfolg war ich in sehr vielen Talkshows. Und dann tut eine gutgehende... Wirklich traurig, Das ist aber eine Scheidung, die sympathisch abläuft, macht dich auch wieder sympathisch, weil die Blätter das ja auswalzen. Und plötzlich finden die Leute, ach, der ist ja eigentlich ganz nett.
Joël Kaczmarek: Ich habe dich da als sehr verletzlich wahrgenommen. Also Nett war so das eigentlich. Ich hatte den Eindruck, dass du warst, jemand, der Sensibel dargestellt wurde.
Sebastian Krumbiegel: Oder habe ich das falsch wahrgenommen?
Sky du Mont: Ich bin leider viel zu verletzlich, ja. Das stimmt.
Sebastian Krumbiegel: Hast du dein Privatleben? Ich habe ja so eine Maxime, Privates hat in der Öffentlichkeit von mir nichts zu suchen. Und das hast du anders, gehandhabt?
Sky du Mont: Naja, nicht. Ich habe es nicht gehandhabt. Das waren die Frauen, mit denen ich zusammen war, die das gehandhabt, haben. Deswegen, ich bin ja auch froh,
Sky du Mont: dass ich nicht mehr auf diese großen Veranstaltungen gehen muss. Aber wenn du natürlich verheiratet, bist, verstehe. ich, dass die Frauen ihre schönen Kleider und weiß ich, was alles zeigen wollen. Und dann stehst du halt rum. Das mache ich jetzt nicht mehr, Gott sei Dank. Ich hatte dieses Große in der Bunde. Da habe ich gesagt, nein, ich gebe kein Interview. Da habe ich vier Fragen beantwortet. Und daraus haben die ein sehr nettes Interview gemacht. Und dann hat eine andere Yellow Press. Mit der Schlagzeile, kam sie, Sky du Mont, völlig verarmt. Die haben nie mit mir gesprochen, Daraufhin hat RTL Mir das Dschungelcamp angeboten. So läuft das, Das kriegt so eine Eigendynamik. Aber als die mich angerufen haben, habe ich mich so gelacht, dass ich wirklich minutenlang nicht sprechen konnte.
Sky du Mont: Sie haben es dann in dem Bericht, haben es sich dann klargestellt in dieser Yellow Press. Aber die Schlagzeile war so ein. Ich habe ja sehr viel abgenommen. Nach der Erscheinung, 20 Kilo. Und da war ich natürlich schon sehr schmal. Dieses Foto haben Sie irgendwo ausgegraben und darunter bestimmt. Skydivo völlig verarmt.
Joël Kaczmarek: So arm, dass du nicht mehr was zu essen leisten kannst, so nach dem Motto. Ja,
Sebastian Krumbiegel: das kann mir nicht passieren.
Sky du Mont: Na, Wer weiß.
Sebastian Krumbiegel: Nach diesem Interview vielleicht.
Joël Kaczmarek: Aber was hast du generell für Erfahrungen gemacht? Wir heißen ja auch. Kunst trifft digital mit Medien und speziell auch mit digitalen Medien. Hat das nochmal eine andere Dynamik genommen, auch für dich?
Sky du Mont: Digital IT ist für mich sensationell. Ich liebe das. Ich kann auch meine Computer und alles Mögliche wirklich im Griff haben, im Gegensatz zu vielen jüngeren Leuten. Von denen sehr viele Damen, viele Kolleginnen. Und so können nicht mal ihr iPhone bedienen und neu updaten. Und so weiter. Also, das ist für mich ein Quantensprung. Ich finde das so super, praktisch.
Sky du Mont: Fotos verschicken, jetzt per Handy kann Sie Sie verschicken, das ist einfach klasse. Und ich finde auch diese Podcast, weil, ah, zum Beispiel, Meine Tochter ist jetzt nach Portugal gefahren. Eine Woche. Und ich bringe die mit ihren Freundinnen zum Flughafen. Und dann haben die gesagt hinter dem Auto, du, Wir müssen uns ein paar Podcast runterladen, haben wir was zu hören. Im Flieger. Das ist doch super. Das ist die Zukunft.
Joël Kaczmarek: Bei deiner Stimme müsstest du ja eigentlich einen eigenen machen.
Sky du Mont: Ja, ich weiß, das haben Sie mir schon gesagt, aber ich habe genug zu tun.
Sebastian Krumbiegel: Film? Nein,
Sky du Mont: Film ist im Augenblick ganz schlecht. Also, es wird gedreht, aber nicht viel und sehr, sehr aufwendig, natürlich. Es ist nicht mehr mein Hauptinteresse.
Sky du Mont: Ich habe sehr viel abgesagt.
Sebastian Krumbiegel: Was müsste für ein Angebot kommen, dass du sagst, yeah, da bin ich dabei?
Sky du Mont: Einfach was anderes. Ich habe einfach eine schöne Rolle. Ich möchte nicht immer das gleiche spielen. Es war, glaube ich, Der will in die Hauptstadt heiratet. Und ich bin der Vater, und der ist mir nicht gut genug. Ich habe irgendwie ein Chemiekonzern, das ist üblicher halt, das langweilt mich, das will ich nicht.
Sebastian Krumbiegel: Und international, Das war natürlich für mich, als ich das erste Mal mitgekriegt habe, ich wusste das nicht, Ich hatte damals Eyes Wide Shut.
Joël Kaczmarek: Eyes Wide Shut.
Sebastian Krumbiegel: Eyes Wide Shut gesehen, also mit Tom Cruise. Und auf einmal sehe ich da meinen Kumpel Sky du Mont sozusagen und habe gedacht, boah, Das wäre nicht gehandelt.
Sky du Mont: Das schmiert sich durch die Tanzflasche.
Sebastian Krumbiegel: Aber schon. Also der Film, Ich weiß gar nicht so genau, was ich von dem Film wirklich halte. Die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Genau so ist es. Das ist, glaube ich, so richtig polarisiert extrem. Ich fand den schon sehr strange, irgendwie sehr Spooky, auch. Und man weiß ja auch gar nicht so genau, was wirklich passiert. Aber als du da auf einmal dann... War das für Dich auch so ein Highlight, dass auf einmal... Hey, Stanley Kubrick. Naja,
Sky du Mont: also Stanley Kubrick, war natürlich ein Highlight, aber das hatte natürlich eine Vorgeschichte. Und zwar habe ich den Stauffenberg gespielt in einer Produktion amerikanischen, die auch den Golden Globe gewonnen hat. Und zwar genau unsere Folge. Und das war natürlich in Amerika ein Riesenerfolg und auch für mich ein Riesenerfolg. Und daraufhin habe ich auch in Amerika einen Drei-Jahres-Vertrag gehabt bei ABC. Bin aber dann früher ausgestiegen, weil ich kann in Amerika nicht leben. Das ist für mich, das geht nicht. Es ist einfach diese Kälte, wenn du da kein Gehirn hast. Geld hast, bist du eine arme Sau. Das ist einfach furchtbar. Ich bin dann früher ausgestiegen. Lange Rede, Kurzer Sinn. Kubrick suchte für meine Rolle wahrscheinlich einen Schmierlappen im Smoking. Und da sah er mich als Stauffenberg und rief mich an und engagierte mich. Natürlich war das eine Sternstunde, weil. Der Mann war unglaublich und ich habe ihn natürlich total verehrt. Und er hatte Narren an mir gefressen, was mich natürlich sehr beeindruckt hat.
Sky du Mont: Er hat mit mir sich sehr viel unterhalten. Wir saßen in den Ecken, und er war Unglaublich. Ich kann es jetzt in dem Podcast schwer erklären, weil er hat einfach alles gesehen. Und ich gebe dir ein Beispiel. Es war so eine Großaufnahme, die er noch angehängt hat. Und er hat gesagt, da möchte ich gerne, dass du siehst, wie die da hinten durchgeht. Und das haben wir gemacht. Das war natürlich so groß. Und dann rief er mich an und hat gesagt, ich möchte das nochmal machen. Da war was. SAG ich, ne, da war nichts, Stanley. Nein, natürlich war was. Da liefen zwei Komparsen hinten durch. Und das sah der in meinen Augen. DER war... Ich kann es nicht beschreiben, wie dieser Mann war. Das kann man nicht beschreiben. Und ich hatte Riesenangst, weil er ja gefürchtet war. Er hat ja alle Schauspieler fertig gemacht. Aber Gott sei dank, hatte ich Glück. Anscheinend hatte er schon die Altersweisheit. Altersmilde. Entschuldigung, genau. Altersmilde. Und zu mir war es ganz wunderbar. Und Tom Cruise, Wir waren ja... Wirklich befreundet, also Nicole und so weiter. Und der hat sich halt sehr verändert. Durch diese Sekte, nehme ich an.
Sebastian Krumbiegel: Das war damals noch nicht so, ja? Nein,
Sky du Mont: überhaupt nicht. Wir haben sogar gesprochen, weil. Es lief damals ein Film von ihm in München im Royal Filmpalast. Und da wurde demonstriert gegen ihn. Da liefen Sie so mit Schildern rum. Und das hat er mitbekommen. Und da hat er gesagt, du kommst doch aus München. Da kam ich auch noch aus München. Das verletzt mich. Was ist meine Religion? Was hat die damit? Ich hatte mich natürlich auch mit der Religion nie beschäftigt. Was hat das mit meinem Beruf zu tun? Womit er natürlich recht hat, finde ich. Da war er völlig okay. Und dann habe ich ihn ja wieder gesehen. Im Moment haben wir zusammen gedreht. Ich persönlich hatte mit ihm keine Berührung. Aber wir saßen ja immer zu dritt in seinem Wohnwagen. Der Wohnwagen ist ungefähr so groß wie viermal diese Suite.
Sky du Mont: Was in dem Fall natürlich kein Kunststil ist.
Sky du Mont: Aber wir waren also sehr nah. Wir gingen auch miteinander essen und so weiter. Und dann sah ich ihn plötzlich bei der Bambi-Verleihung. Saß er so weit wie du.
Joël Kaczmarek: Also zweieinhalb Meter weg.
Sky du Mont: Ja. Und es war so, dass die Bambi-Preisträger vorher auf einer Riesen Leinwand gezeigt wurden. Also, er sah mich auch. Und dann war das Essen vorbei und er stand auf und ich stand ihm gegenüber und sagte, Hi, Tom. Und er sagte kein Wort und lief durch mich durch. Und das muss ich sagen, ich stand da, Ich fühlte mich wie so ein kleines Mädchen, die irgendwie. Robert Redford verehrt. Eklig war das.
Sebastian Krumbiegel: Und warum, ist mir doof gefragt. Keine Ahnung,
Sky du Mont: weiß ich nicht.
Sky du Mont: Ich hatte wirklich nichts mit seiner Frau.
Sebastian Krumbiegel: Wie war Sie so? Nicole Kidman. Toll,
Sky du Mont: Sie war toll. Aber professionell,
Sky du Mont: die sind ja unglaublich. Die sind ja von einer Professionalität, das ist halt beeindruckend.
Sebastian Krumbiegel: Das ist echt auch ein Unterschied zu... Unseren Breiten.
Sky du Mont: Das kann ich nicht sagen, das wäre ungerecht zu sagen. Nein, das geht nicht. Nicht umsonst sind das Weltstars. Die haben natürlich ein Charisma, das ist halt einfach, wenn ich mir diesen Tanz anschaue, ich würde heute nie mehr so spielen, weil es wirklich ein Schmierlappen war. Aber wenn ich Sie anschaue, wie Sie teilweise, was Sie da macht, das ist halt einfach schon großartig.
Joël Kaczmarek: Was trennt einen guten oder großartigen Schauspieler von einem nicht guten?
Sky du Mont: Erstens mal die Rolle. Wenn du die richtige Rolle bekommst, Ich habe viele Rollen gespielt. In denen ich miserabel war. Und ich habe Rollen, manchmal bekommen, in denen ich wirklich gut war. Also, als Stauffenberg war ich gut. Und ich war nie der Seidenschaltträger im Blazer, weil das bin ich nicht. Das ist meine Voraussetzung.
Sky du Mont: Nur als Schauspieler in Deutschland musst du arbeiten, sonst verhungerst du. Das heißt, wenn du eine Rolle angeboten bekommst, dann machst du es. Am Theater genau das Gleiche. Ich war ja lange, wie gesagt,
Sky du Mont: am Residenztheater, und da spielst du ja dann mehrere Stücke. Am Montag spielst du mit einer von Paneln, am Dienstag Egmont irgendwas. Und wenn du dann zum Intendanten gehst und sagst, nicht schon wieder, kannst du mich da rauslassen? Dann sagt er einfach, entweder du spielst oder du fliegst. Diesen Stellenwert hat ein durchschnittlicher Schauspieler. Wenn du natürlich dann bekannt bist und Karriere gemacht hast, dann hast du natürlich relative Narrenfreiheit. Das ist natürlich erstrebenswert, Aber wer schafft das nicht? Ich meine, Die wenigstens schaffen das. Und dann, wenn du natürlich Karriere gemacht hast, kannst du deine Rolle auch dann malen. Das heißt, du kannst sagen, ich möchte es lieber so machen. Als ich angefangen habe, dann musste ich das machen, was die Regisseure gesagt haben. Und ich habe viele Regisseure gehabt, die ich sehr, sehr schätze, Aber die, die ich nenne jetzt tatsächlich keinen Namen, weil ich sie sehr mag, Aber die dir eine Rolle vorspielen. Aber das ist so, als würdest du mir eine Rolle vorspielen. Wir sind völlig verschiedene Typen. Jeder spielt seinen Körper mit. Und wenn mir ein Kleiner, was vorspielt. Das kannst du nicht nachspielen, aber du musst es nachspielen, wenn du ein kleiner, unbedeutender Schauspieler bist. Da kannst du nur Scheiße sein, finde ich.
Sebastian Krumbiegel: Und wenn du dann etabliert bist und dann kommt Bully Herbig hin,
Sky du Mont: dann kannst du sagen, nee, lass mal nicht. Und das sage ich halt heute. Das machen ja die Diplomatische. Du, das finde ich eine tolle Idee. Super, wie du das sagst. Aber das liegt mir jetzt, glaube ich, nicht so. Und dann sagt der, na, mach mal. Und dann sag ich, hast du recht. Ja, es ist halt so. Aber es ist halt mit allem so. Wenn du in der Politik immer nur Musik... Wenn du Gewicht hast, wiegst du halt mehr.
Sebastian Krumbiegel: Wem sagst du das?
Sky du Mont: Du meinst es aber anders. Aber du kannst es in weiten Sinne.
Sebastian Krumbiegel: Ja, natürlich. Wenn du ein Ranking machen, müsstest, was für dich wichtiger oder erfüllender ist, ob du im Theater spielst, ob du Fernsehen machst, ob du Kino machst. Hast du schon mit Netflix, mit den neueren Sachen? Erfahrungen gemacht? Hast du das vor? Willst du das irgendwie?
Sky du Mont: Weiß ich nicht. Wenn es kommt, kommt es. Ja, genau. Ich bin Gott, sei dank nicht auf der Suche, Das ist ein großes, großes, großes Glück. Ich habe sehr, sehr lange Existenzängste gehabt, wusste nicht, wie ich meine Miete zahlen soll. Und da bin ich sehr froh, dass ich das geschafft habe. Vielleicht bin ich einer der Schauspieler, denen es relativ gut geht, weil ich von Anfang an wusste, Ich muss auf mehreren Beinen stehen. Ich habe von Anfang an immer Funk gemacht, dann Werbung gesprochen, dann habe ich Theater gespielt, dann habe ich moderiert, dann habe ich geschrieben, dann habe ich Fernsehen gemacht und war am Theater. Ich hatte immer... Irgendwie irgendwo ein Bein drin.
Sebastian Krumbiegel: Und was erfüllt dich davon am meisten?
Sky du Mont: Ich würde sagen, die Mischung. Als ich länger im Theater war, wollte ich weg. Das ging mir dann auf die Nerven. Und wenn ich eine Serie gemacht habe, am Millionäre zum Beispiel, was sehr viel Spaß gemacht hat, Aber irgendwann sagst du, oh, schon wieder, ist immer das Gleiche. Ich glaube, der Wechsel. Und wenn das funktioniert, Und das ist natürlich großes Glück, dann ist der Wechsel natürlich das Interessanteste.
Sebastian Krumbiegel: Ja, kann ich mir gut vorstellen.
Joël Kaczmarek: Gibt es eine Verbindung zwischen deiner Persönlichkeit und den Personen, die du spielst? Also Wie viel Sky steckt in den Rollen und wie viele Rollen wandern zu Sky?
Sky du Mont: Mittlerweile natürlich mehr, weil jetzt darf ich natürlich das spielen, wie ich es richtig finde.
Sky du Mont: Und mit der Abstimmung zum Regisseur ist es natürlich viel mehr. Sky, klar. Aber ja, also... Für Likert, Die letzten Rollen, die ich gespielt habe, Da waren natürlich einige dabei, die hätte ich natürlich nicht gespielt. Aber es war natürlich eine große Produktion in Sizilien, Schönes Hotel, Das Meer. Also, ich muss da ehrlich sein, da war ich. Bestimmt nicht besonders gut, Aber es war okay. Aber es ist jetzt nicht, da kannst du nichts, was willst du denn? Auch zeigen im Unterhaltungsfernsehen?
Sebastian Krumbiegel: Ja, das ist ja die Frage, ob du sozusagen alles, was du tust, zur Kunst erklärst. Oder ob du eben wirklich auch sagst, das ist jetzt hier eben fast gut.
Sky du Mont: Kannst du nicht, du hast ja gar nicht die Zeit. Ich meine, du weißt, wie wenig Zeit die haben, wenn du Fernsehen machst. Kino ist was anderes. Bei Der Schuh des Manitu hatten wir mehr Zeit. Das ist bestimmt auch einer der Gründe, warum der Film so erfolgreich war. Und das hast du beim Fernsehen nicht. Da muss halt schnell gehen, und da hast du nicht lange Zeit vorher zu sagen. Mit den Kollegen, Komm, lass uns das Mal durchgehen und so weiter. Das ist schon ein Unterschied.
Joël Kaczmarek: Ich habe ehrlich gesagt immer den Eindruck, dass so deutsches Kino immer so ein bisschen ein Trauerspiel ist, Weil du gar nicht so diese Industrie hast wie in den USA. Du musst ja da dich von Förderung zu Förderung hangeln, gefühlt, oder?
Sky du Mont: Trotzdem, ich finde, da hat sich eine Menge getragen. Ich finde,
Sky du Mont: Deutsches Fernsehen und deutsche Filme hat total abgehoben, weil eine völlig neue Generation von jungen Regisseuren gekommen ist, mit denen ich leider nicht arbeite. Bad Banks oder
Sky du Mont: 4 Blocks oder auch Spielfilme. Ich bin ja in der Jury vom Filmpreis, und da habe ich ja wirklich 45 Filme gesichtet. Ich sage dir, da waren Filme dabei, die sind nicht mal nominiert worden. Die waren so gut. Kleine Filme, wirklich günstig gedreht. Wir haben da wirklich großartig aufgeholt. Ganz toll.
Joël Kaczmarek: Ist das eigentlich auch so ein bisschen Til? Schweiger verdienst, wo ich das Gefühl habe, der hat, so ein Massenkino?
Sky du Mont: Kann sein, sicherlich. Ja, sicherlich. Ja, der hat bestimmt viel gemacht.
Joël Kaczmarek: Hast du mit ihm mal gearbeitet?
Sky du Mont: Ja, wir haben zusammen dieses Traumschiff Surprise – Periode 1 gemacht. Aber da hatten wir ja nichts miteinander zu tun.
Joël Kaczmarek: Aber so Produktion von ihm, wäre das so deine Kragenweite?
Sky du Mont: Weiß ich nicht, muss ich die Rolle sehen.
Joël Kaczmarek: Du bist ja echt relativ offen. Ich hätte gedacht, dass du eine Perspektive hast auf Dinge. Dass du sagst, du schließt Sachen schon aus. Du guckst dir das An und entscheidest dann.
Sky du Mont: Ja, natürlich. Was ich ausschließe, ist,
Sky du Mont: Ich will NICHT MEHR irgendwie... Ich hab dir ja gesagt, Ich hab da... Einen Konzernchef spielen sollen, Dessen Tochter einen Mann heiratet. Der kam immer irgendwie mit dem Glas in der Hand. Oder der Zigarre in der Hand oder mit dem Vertrag in der Hand durch die Tür. Das finde ich blöd, das langweilt mich, das will ich nicht.
Joël Kaczmarek: Hast du Mal was gespielt? Ich habe so in Erinnerung, Es gab mal einen Film mit Robin Williams. Und den hat man ja als den dauergrinsenden, lustigen. Unterhalter kennengelernt. Und dann gab es einen Film, Da hat der, glaube ich, einen Fotografen gespielt.
Sky du Mont: Ganz ernste Sachen hat der gemacht.
Joël Kaczmarek: Total Psycho und auch total deprimiert. Und ich fand das unglaublich stark.
Sky du Mont: Unglaublich gut.
Joël Kaczmarek: Weil er genau nicht so ist, wie man ihn erwartet.
Sky du Mont: Wie bei Tony Curtis, der Some Like It Hot gemacht hat. Das ist aber Amerika. Das passiert nicht. Mit wem habe ich mich da unterhalten? Ich glaube, ich habe nicht mit dem Fritz Wepper, sondern mit dem Elmar Wepper gedreht. Das war in München, in Hamburg oder, wie es hieß. Und wir hatten so einen langen Gang und die Kamera fuhr neben uns her. Und er ging natürlich auf der rechten Seite von mir, weil er natürlich kleiner ist, als ich. Und ich hatte einen dunkelblauen Anzug und eine Lederjacke. Und während wir da gingen, sagt er aus dem Mundwickel, Ich glaube, ich spinne. Jetzt drehe ich mit dir seit 15 Jahren. Immer hast du einen Anzug an und nicht eine Lederjacke.
Sky du Mont: Ich musste so lachen,
Sky du Mont: dass wir abbrechen mussten. Aber genau so war es.
Joël Kaczmarek: Ich fände es total stark. Also, wenn ich jetzt irgendwie Regisseur wäre, wo ich jetzt zugegebenermaßen nicht die Fähigkeiten habe, Aber ich würde jemanden wie dich in ein ganz anderes Korsett packen. Ich würde sagen, gebrechlich, verletzlich, weil ich nämlich als sehr stolz war, Mein Obdachlosen spielen, also irgendwas, was genau konterkariert, was Du machst.
Sky du Mont: Das ist vor allem viel interessanter. Aber das ist in Deutschland eigentlich nicht wirklich... Du hast eigentlich mit Robin Williams, Tony Curtis und so, Da gibt es gar keine Frage. Die Spielen gute, böse, charmante, Liebhaber, alles durchweg. Und das finde ich klasse. Das ist auch viel interessanter, weil du siehst plötzlich jemanden, der kommt durch die Tür. Edward Norton habe ich jetzt gerade gesehen. Der hat ja auch Böse gespielt. Der so ein Maschineter-Typ. Yo. Da spielt jetzt ein ganz neuer Film, Motherless Brooklyn. Brooklyn. Oder so hieß er. Da spielt er einen, der, Wie heißen die, die so, diese immer so scheiße Tourette hat und einen Fall aufklärt. Er ist einfach zum Niederknien. Die Wandlungsfähigkeit, Weil Du sitzt da und Du kennst den Schauspieler und guckst zu, was der Macht und denkst Dir Wow, der ist ein ganz anderer Mensch, und das fesselt dich ja schon an sich. Wenn jetzt dann einer reinkommt mit einem Blazer, und der hat schon die letzten 20 Jahre einen Blazer gespielt, Dann kommt der durch die Tür. Und sagt es dann schon wieder. Ist es nicht ein bisschen auch so,
Sebastian Krumbiegel: dass die Leute sozusagen? Das wollen, was Sie kennen? Das glaube ich eben nicht. Der Produzenten.
Sky du Mont: Das glaube ich eben nicht.
Sebastian Krumbiegel: Ich bin mir da eben nicht so sicher.
Sky du Mont: Ich glaube, aber das ändert sich, weil wir haben junge, wirklich tolle Regisseure, die einfach das jetzt im Blut haben, das ändert sich. Es war sicherlich sehr lange, so. Dass die gesagt haben, Das Publikum will das.
Sebastian Krumbiegel: Wir gehen auf den Musiker und setzen den deswegen, weil der passt wie Arsch auf Eimer.
Joël Kaczmarek: Hast Du eigentlich mal über Serienrollen nach, oder hast du sozusagen? Sowas Wiederkehrendes gespielt? Wir haben ja die Tage mit Olli Dittrich über Ditsche geredet und ich hatte den Eindruck, Ditsche ist ein Freund von ihm. Also, der schwingt dann da rein und schwingt wieder raus, denn der lebt irgendwie parallel mit ihm mit. Hast du sowas auch?
Sky du Mont: Nein, das habe ich nicht. Ich habe einfach zwei, also eine Serie gemacht, DAS war... Ich habe mehrere Serien gemacht, das stimmt nicht. Ich habe eine Serie gemacht, aber die ist schon lange her. Dann habe ich arme Millionäre gemacht, was ja sehr erfolgreich war. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Aber das wurde dann von RTL abgeschossen. Nach zwei Staffeln. Sonst habe ich eigentlich keine Serie gemacht. Ich habe das immer vermieden, weil ich immer so viele sachen. gleichzeitig... Also, ich habe dann mal Theater gespielt, zwischendurch. Und wenn du eine Serie machst, musst du dich ja sehr, sehr lange binden. Also so eine durchgehende Serie. Also, Staffeln habe ich gemacht. Da wusste ich aber, da habe ich jetzt dann irgendwie 20 Drehtage. Oder 40 Drehtage, Aber du weißt, irgendwann ist Schluss. Aber Serien, weißt du ja, nie, wann das zu Ende ist. In Amerika habe ich eine Serie gemacht, entschuldige. Und da habe ich ja dann nach zwei Jahren gesagt, ich will nach Hause. Dann hätte er mir gesagt, du hast einen Drei-Jahres-Vertrag. Ich habe gesagt, du hast noch nie mit einem europäischen Schauspieler gearbeitet. Was meinst du? Sag ich, ich bin nie mehr auf meiner Marke, ich komme immer zu spät und weiß keinen Text. Dann muss der Lachner gesagt haben, okay, gib mir vier Wochen. Dann haben sie mich in die Luft gesprengt und ich bin wieder nach Hause gefahren.
Sebastian Krumbiegel: Und warum? Du hattest einfach keinen Bock mehr auf die...
Sky du Mont: Es war ein Albtraum. Ich habe den General Hospital gemacht. Das war damals Primetime in Amerika. Irrsinnig beliebt. Also Los Angeles, Das ist gut für den Urlaub, Aber wenn du arbeitest dort, unmenschlich.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe das von ganz vielen Leuten gehört. Ein Albtraum.
Sky du Mont: Und vor allem so Sachen wie, je wichtiger deine Rolle war, Je näher durftest du am Studio parken. Das war das Schluss, solche Sachen nicht mehr. Ich stehe auf Position 2, Dieses Äußerliche, dieses Unwichtige. Welches Auto fährst du? Die haben geliste Cartier-Uhren und Rolex. Das ist natürlich das Fach, was ich spiele. Aber das ist mir so fremd, das kann ich überhaupt nicht sagen. Diese Image... Erscheinen, erscheinen. Und so war alles. Und dann wurden die Leute ja behandelt. Unfassbar. Zum Beispiel Das Beste war, ein Regisseur, Wir hatten ja jeden Tag einen anderen Regisseur. Man kam morgens um sieben für Blocking, also Stellprobe. Und da steht dann immer auf so einem... Und auf der Dispo, Wer der Regisseur ist. Und ich komme ans Set und sehe einen anderen Regisseur. Und ich habe nichts gesagt. Die Amerikaner kannten das natürlich alles. Und dann sehe ich, wie der auf der Dispo steht. Der Regisseur auch kam, und er sah, dass der andere Regisseur da war. Und dann wusste er, er ist gefeuert. Das hat man nicht mal gesagt. Das ist Amerika. Gnadenlos. An so einem System will ich nicht leben. Da will ich weder Leben noch arbeiten. Natürlich möchte ich Hollywoodfilme machen. Die bietet mir ja keine Sau an. Aber Fernsehen und so, das ist einfach brutal.
Sebastian Krumbiegel: Hast du mal eine Sache? abgelehnt, was Du danach bereut hast? Also kam mal irgendwie, wo du gedacht hast, ach, nee, ist mir zu doof. Und dann war es irgendwie, hat es einen Oscar gekriegt?
Sky du Mont: Nein, nein, das hat man mir noch nicht angeboten. Ich weiß, dass ich einmal für den Columbo gecastet habe. Das finde ich ganz lustig, Die Geschichte, wenn ich die erzählen darf. Und zwar kam ich nach Hause, Los Angeles, heiß, T-Shirt, Turnschuh, Keine Socken, Zerrissene Jeans. Blinkt mein Anruf, weil ich so zu einem Casting komme und dachte,
Sky du Mont: geil, Columbo war damals, war. Ich gehe da hin, mache die Tür auf, sitzen 20 SKY D.MOSE im Smoking da. So ist Amerika. Und ich mit dem T-Shirt, verstehst du, so. Keiner hat mit dem anderen geredet. Das ist in Deutschland anders, weil wir sind Kollegen, Die Schauspieler. Der FEIND sitzt hinter der Tür, der uns engagiert. Und da ist es andersrum. Der Feind ist dein Konkurrent, der dir die Rolle wegnimmt. Ich war vier oder fünf Mal beim Casting. Dann waren es 15. SKY D.Mose, die da saßen. Dann waren es noch zehn. SKY D.Mose, die da saßen. Dann waren es acht. Ich hab gesagt, nee, das meine ich nicht mehr. Wo ist es gelassen? Das ist Amerika. Ich rede aber nicht von Spielfilmen. jetzt.
Joël Kaczmarek: Es gibt ja manchmal so Fernsehserien, die dann das Fernsehgeschäft darstellen. Das ist ja so ein bisschen wie der Blick auf sich selbst. Und das ist mal so überzeichnet worden. Lern ich bei dir, das ist gar nicht so, überzeichnet.
Sky du Mont: Das ist nicht überzeichnet. Sind so brutal. Es ist so brutal.
Joël Kaczmarek: Es klingt nach viel Oberflächlichkeit auf jeden Fall.
Sky du Mont: Absolut.
Sebastian Krumbiegel: Ja, das fällt einem ja sowieso auf. In den Vereinigten Staaten. Mich nervt das manchmal auch, so dieses... Na? Hey, du hast ja ein tolles Sweatshirt an. Super,
Sky du Mont: wo hast du das her?
Sebastian Krumbiegel: Marvellous. Es ist mir natürlich lieber, als wenn irgendjemand zu mir kommt. Und sagt, wie
Sky du Mont: Bayern, du Dumme Sau, was hast du denn da wieder an?
Joël Kaczmarek: Hast du eigentlich mal darüber nachgedacht, die Seite zu wechseln, also auf die Seite des Bösen, der Sozusagen hinter der Tür sitzt, Regisseur, Produzent?
Sky du Mont: Nein, wollte ich nicht machen. Ich glaube nicht, dass ich das kann. Ich schreibe. Das ist ja schon Regie, weil Du ja da Menschen bewegst. Aber das glaube Ich könnte ich nicht.
Joël Kaczmarek: Wie kamst du denn dazu? Also Du hast acht Bücher geschrieben, auch Kinderbücher.
Sky du Mont: Wie kam ich dazu? Ich habe geschrieben, früher Drehbücher. Ein Tatort wurde auch genommen, damals. Und dann wollte eigentlich kein Mensch lesen. Da war ich ja nummer null. Und dann kam irgendwann, Als ich karriere, machte, ein Verlag auf mich, Der schreibt mir so ein Buch. Und nachdem ich schon vorher geschrieben hatte, habe ich mir gedacht, jetzt schreibe ich mal ein Buch. Nicht ein Drehbuch, sondern ein Buch. Und das war ganz lustig. Und das ging natürlich Klischees. Mann trifft Frau und Situationen, die ihr alle kennt. Die habe ich halt aufgeschrieben, die wir alle erlebt haben. Und das war erfolgreich, Dann haben die gesagt, dann schreibst du noch eine Fortsetzung. Dann habe ich gesagt, okay, Dann schreibe ich eins jetzt aus der Sicht der Frau und eins aus dem Gesicht der Frau. Das haben wir einem Frauen mitgeschrieben und das war noch erfolgreicher. Und dann Das Dritte war wieder die Fortsetzung, Das war dann eine Spiegel-Bestsellerliste Und so ging es halt weiter.
Joël Kaczmarek: Ich weiß, ich kann das mal nicht so beurteilen, mir fällt, Schreiben sehr leicht. Ich gucke so einen Text an und ich vergleiche es mal mit dem Haareschneiden. Wenn du mal beim Friseur bist, als Mann, das ist ja so. Es gibt die richtig guten, teuren Friseure, die schneiden Dir den ganzen Kopf mit der Schere. Hinten rum, oben rum und so weiter. Wenn du zu den günstigeren gehst, nehmen die hinten eine Maschine, Machen dir so einen Fassonschnitt, schneiden oben mit der Schere. Und dann gibt es diese Epilierschere, wo die so die Übergänge schneiden, so zwischendurch. Und für mich ist Schreiben, so, Ich habe das ganz oft, ich bin so eine Epilierschere. Ich schreibe einen Text runter, und dann sehe ich irgendwie, Also ich glaube, ich bin dann eher der Bullygfrisör sozusagen. Ich sehe irgendwie, okay, da ist irgendwas nicht harmonisch, ziehe die Epilierschere, ziehe es glatt und dann funktioniert es. Es fällt mir sehr schwer zu verorten, bin ich da gut drin, bin ich da schlecht drin. Weil es ist für mich so wie, weiß ich nicht, wie Fahrradfahren. Also man macht das einfach. Wie geht es dir damit? Wie schreibst du? Hast Du Dir, das irgendwie auf die Kette bringen müssen? Ist das bei Dir auch so was natürliches? Nee,
Sky du Mont: das wusste ich nicht. Aber ich schreibe zehn Seiten, dann bleiben zwei übrig. Aber ich weiß nicht, was heißt das? Hast du denn eine Dramaturgie oder hast du?
Joël Kaczmarek: Ich habe ein bisschen eine Biografie geschrieben, über drei Internetunternehmer, wo mir hinterher jemand irgendwie sagte, das war so spannend, das lasse ich wie ein Kauber.
Sky du Mont: Aber dann hast du natürlich ein bestehendes Konzert.
Joël Kaczmarek: Da konnte ich nichts machen, genau. Und ich schreibe jetzt gerade mal so parallel ein Kinderbuch, wo ich mich so weiterlese. Und denke,
Sebastian Krumbiegel: nee,
Joël Kaczmarek: das ist da. Es ist so, ich kann es nicht wiedergeben, Es ist, wie manche Leute Farben sehen, merken, Das Wort, Das passt irgendwie nicht, das ist so. Ja,
Sky du Mont: so ist es aber auch. So ist es auch. Also, wenn ich natürlich anfange, ein Buch zu schreiben, denke ich mir rollen aus. Und das finde ich ja. Das Schöne am Schreiben, wenn du an dich magst, lässt du ihn vom Lastwagen überfahren. Das machen. Die Dialoge fallen mir leichter, natürlich, als Schauspieler fallen mir die Dialoge leichter als die Beschreibungen. Gebe ich zu, da tue ich mich sehr schwer.
Joël Kaczmarek: Dann sollten wir uns zusammentun, bei mir ist das umgekehrt. Ja?
Sky du Mont: Wirklich? Ja. Ja. Ich glaube sowieso an Team. Das ist ja sehr amerikanisch. Zum Beispiel, Das wusste ich nicht, bei den Serien, Die haben ja dieses Pyramidensystem. Da sind unten tausend Leute, Die Ideen bringen. Und dann gibt es ein Team, Die sortieren die bloß. Und das nächste Team fängt an, Rollen zu schreiben. Und so geht es weiter. Und oben der Headwriter, Der schreibt gar nichts. Der macht nur den hier. Weg. Zack. Den Satz lassen Wir stehen. So. Und das ist natürlich die Qualität, weil die haben natürlich wirklich gute Drehbücher. Aber Themen. Und das ist, glaube ich, bei uns noch nicht so. Ich weiß das von einem Regisseur, weil ich mal gesagt habe, Mensch, Die Tatorte, Alle schwärmen so vom Tatort. Ich muss dir ehrlich sagen, ich habe vier Tatorte gemacht. Ich finde halt Tatort 90 Minuten schon sehr lang.
Sky du Mont: Weil das klassische Krimi ist. 60 Minuten. Lange Rede, kurzer Sinn, Da habe ich mal gesagt, warum nehmt ihr nicht mal ein Team? Das gibt es ja inzwischen in Deutschland. Früher, wenn du einem der etablierten Schreiber gesagt hättest, schreib mal einen Tatort und nimm dir einen Kollegen rein, Dann schreibt er den Tatort selber. Die waren ja wie Könige. Der, den Derek zu schütteln,
Sky du Mont: der Reinecke, Der war ja wie ein Gott. Das ist aber, glaube ich, vorbei. Ich glaube, dass die jungen Leute immer mehr in Teams zusammenarbeiten. Und das ist auch richtig, so. Finde ich.
Joël Kaczmarek: ICH meine, Sebastian, du musst doch eigentlich was beistellen können. Ich glaube, bei Musik ist es auch so, dass es verpönt ist, wenn man zugibt, dass jemand anders die Musik für einen schreibt, was ich total Gaga finde, weil Ja,
Sebastian Krumbiegel: verpönt nicht. Nein, ich glaube, man muss wissen, was man kann und was man nicht kann. Also, es gibt ja auch in der Popmusik mehr denn je, also, es ist auch eine amerikanische Welle, die da sozusagen kommt, dass es wirklich songwriter Teams gibt. Und da gibt es einen, der schreibt nur die Hookline, Dann gibt es einen oder gibt es ein Team, das nur die Hooklines schreibt, also die EoEO oder eben Sowas in der Richtung. Und dann gibt es Leute, die eben nur Strophen schreiben, gibt es Leute, die nur Intros schreiben. Und das ist für mich dann schon eine Art Fließbandarbeit, bei der ich denke, Am Ende geht es ja doch um Kunst. Oder am Ende geht es ja doch darum, sich in irgendeiner Weise zu entäußern oder was zu erzählen. Also, ich habe jetzt die Erfahrung gemacht, Ich schreibe in letzter Zeit viel mit anderen Leuten, auch außerhalb der Band, Einfach um ein bisschen über den Tellerrand rauszugucken. Aber ich schreibe nicht in Teams mit fünf Leuten. Ich habe zwei Leute getroffen, mit denen ich echt gut schreiben kann. Werfen uns die Bälle zu, und es funktioniert. Und das ist geil, weil du noch eine andere Sicht hast. Aber jetzt so ein richtiges Team und so richtig sozusagen am Reißbrett den Hit entwerfen.
Sky du Mont: Naja gut, aber jetzt hast du natürlich, Ein Hit dauert sechs Minuten, oder?
Sebastian Krumbiegel: Drei.
Sky du Mont: Drei, gut. Und ein Drehbuch dauert 90 Minuten. Das ist natürlich ganz was anderes. Und ein Drehbuch hat halt. 10, 15 Rollen. Nachträume, wie auch immer. Und dann auch noch sieben Motive und weiß nicht was.
Sky du Mont: Das ist schon ein Unterschied. Ein Riesen Unterschied.
Sebastian Krumbiegel: Es sind ja eigentlich mehr oder weniger, alle Geschichten schon erzählt. Und du kannst es ja eigentlich nur besser machen, indem du die Charaktere besser schleifst.
Sky du Mont: Das glaube ich nicht. Das ist ja das Erstaunliche. Wie in der Musik, dass du immer wieder neue Melodien hast und so gibt es immer wieder neue Geschichten. Als ich vorhin gesprochen habe von diesem Motherless Brooklyn, das ist eine Wahnsinnsgeschichte. Schon allein wie der da mit dem Tourette Äh... Das ist, was mich halt interessiert.
Sebastian Krumbiegel: Ich meinte jetzt eher so, Mann trifft Frau. Ja,
Sky du Mont: Liebesfilm,
Sebastian Krumbiegel: Liebeslied. Es ist eigentlich immer derselbe Slot, es wird nur anders, erzählt. Das hat man im Theater gesagt, auch.
Sky du Mont: Im Theater ist das Prinzip, Es geht ein Mann über die Bühne und verliert einen Zettel.
Sebastian Krumbiegel: Genau.
Sky du Mont: Der Publikum denkt sich, was ist auf dem Zettel? Es kommt eine Frau und geht. Das Publikum denkt, sieht die den Zettel? Hebt sie ihn auf? Was steht drauf?
Sebastian Krumbiegel: Naja.
Sky du Mont: Schon, Das ist ein Theaterstück.
Sebastian Krumbiegel: Genau.
Joël Kaczmarek: Aber ich finde es eine tolle Fähigkeit, die du hast, dass Du Dialoge schreiben kannst. Weil mir fällt es sehr schwer, also, wie ich was sprechen würde, weiß ich. Aber wie würde eine sensible Frau das treffen? Wie würde ein aggressiver, verbitterter Mann das treffen? Das ist so.
Sky du Mont: Das liegt natürlich daran, du darfst nicht vergessen, Wie viele Hunderte von Drehbüchern ich gelesen habe, geguckt habe, gehört habe. Und dann... Probierst Du ja, wenn Du drehst auch und hörst ja deine Partnerin, wie sie sagt, welche Stimme. Das ist, glaube ich, eine Sache, die du... Ja, das ist klar.
Sebastian Krumbiegel: Wenn wir jetzt über Dialoge sprechen, wenn du in einem Film oder auch im Theater, aber eher noch im Film, Mit jemandem spielst, also einen Contrapart hast sozusagen, Gibt es das, dass Du gegen ihn spielst? Oder gibt es das nur, dass man miteinander spielt? Also ist es auch so, dass man da sozusagen, sagt, Ich bin aber besser als du, und ich will dich aber jetzt mal hier an die Wand klatschen?
Sky du Mont: Das war die Hitfrage des Tages, weil das ein ganz großes Problem. Wie soll ich das mal erklären? Fangen wir mal mit Theater an. Das war so früher, Heute ist es wahrscheinlich nicht mehr so. Du hast ja hier das Bühnenland, Hier ist die Bühnenwand, also der Schluss, und das Publikum ist auf der anderen Seite. Und der damalige Star machte immer diesen einen Schritt nach hinten, weil dann konnte er nach vorne spielen. Und mit dem er spielt, musste er natürlich mit dem Rücken spielen, oder er ist hinterher gegangen. Und irgendwann landeten dann beide an der Wand, weil es nicht mehr weiter ging. Das beantwortet zum Teil deine Frage.
Sky du Mont: Dann ging es weiter, dass du natürlich immer versucht hast, dem anderen ein bisschen das Licht zu nehmen. Diese Konflikte gab es natürlich intensivst. Früher mit den Stars, MIT diesen... Ich darf es nicht vergessen, Theo Lingen und Moser und Curd Jürgens, Das waren halt einfach Megastars. Das ist heute nicht mehr so.
Sebastian Krumbiegel: Wer spricht, kriegt Licht. Dieser alte, Dieser alte Satz. Er hat gesagt, Dietmar Bär, hat er gesagt.
Sky du Mont: Das gibt es, also? Ich habe das nicht mehr erlebt. Seit Jahren. Auch beim Drehen ist es ja so, dass Schauspieler, wenn wir zusammen arbeiten, nie einen Schauspieler, den anderen kritisiert. Dafür ist der Regisseur da. Und ich habe jetzt ein Programm gemacht mit einer hochbegabten Pianistin. Und die auch unglaublich gute Texte schreibt, die ständig an mir rummeckerte. Wir haben uns nur gestritten, weil das war ich nicht gewohnt. Das geht gar nicht, dass ein Kollege guckt doch lieber auf dein eigenes Wirken. Solo-Künstler sind es nicht gewohnt, mit anderen zu arbeiten. Und da gibt es immer Krach.
Sebastian Krumbiegel: Kann ich auch ein Lied von singen, weil ich ja in einer Band bin, mit wem du auch drüber sprichst. Und wenn das dann irgendwie darauf zu sprechen, kommt, Was ist in der Kunst erlaubt, Es kommt ganz oft das Ding Demokratie in der Kunst ist Gift. Und du kannst irgendwie nicht, wenn Du versuchst, es allen recht zu machen, jeder muss sich wohl fühlen, dann wird das am Ende so ein kleinster gemeinsamer Nenner, der eben nicht funktioniert.
Sky du Mont: Und das ist auch Geschmackssache, finde ich.
Sebastian Krumbiegel: Natürlich.
Sky du Mont: Deswegen funktioniert es nicht.
Sebastian Krumbiegel: Aber ich habe trotzdem recht.
Joël Kaczmarek: Aber da ging es mir, Vielleicht ist das eine Generationenfrage, wenn ich an deiner Stelle wäre... Du tanzt da mit Nicole Kidman und so, gut, jetzt ist die Superliga. Und dann sagst du, hast du mal? überlegt, die Kopfbewegung, so rum zu machen als so rum? Das würde mir auch passieren, dass ich, glaube, ich, dauernd gar nicht bösartig die kritisiere, sondern dass ich so gemeinsam nach einer besseren Lösung suchen würde. Aber das würde einem echt abtrainiert, dann.
Sky du Mont: Das macht man nicht, nee. Also, ich würde nie einem Kollegen sagen, was er machen soll. Also Ich würde...
Joël Kaczmarek: Ich würde dich das Fünfmal fragen, wenn ich neben Dir spielen will. Ich würde sagen, Sky, war das gut? Wie ist die Körperhaltung? Wie würdest du die Schultern machen? Kommt die Stimmlage gut? Hast du einen Tipp? Würde ich dich dauernd löchern?
Sky du Mont: Das ist auf Röhr vom Regisseur. Natürlich würde ich dir antworten, wenn du mich fragen würdest, und keiner ist dabei. Sicher. Aber es ist letztendlich nicht üblich, schon gar nicht bei der Arbeit.
Sebastian Krumbiegel: Aber es gibt natürlich immer auch ein Gefälle. Wir haben auch eine Hierarchie. Klar gibt es eine Hierarchie. Wenn du mit Robert De Niro zusammenspielst, hast du eine andere Körperspannung, als wenn du mit Klaus Schneider zusammenspielst. Oder wer auch immer. Ist für mich nicht. Ist es nicht so?
Sky du Mont: Nee.
Sebastian Krumbiegel: Hast Du nicht irgendwie, wenn du... Sag mal so, gestern Abend zum Beispiel, zack, rennt mir Udo Lindenberg über den Weg. Wir kennen uns schon lange, kriege ich so eine Körperspannung und denke, Boah ey, geil, Da ist er wieder. Und ich schätze ihn ja wirklich sehr. Und das meine ich einfach. Ich weiß, was du meinst. Du hast eine andere Körperspannung, oder es gibt eben auch eine Hierarchie. Von mir aus auch Erfahrung und weniger Erfahrung. Ein alter, erfahrener Schauspieler, eine alte, erfahrene Schauspielerin und ein junger Kollege, eine junge Kollegin. Da ist schon irgendwie auch so, Das, was du eben meinst, Joel, Dass dann eher der Junge oder die junge Kollegin... fragt, ist das so okay? Und den älteren sozusagen um seine Erfahrung, Um einen Tipp bittet. Also, ich weiß, was du meinst, Sky, dass du nicht von dir aus, als der erfahren, sagt, Jetzt machen wir hier mal ganz anders. Das macht man nicht, das ist irgendwie doof. Aber wenn dich jemand um Hilfe fragt oder bittet. Naja gut,
Sky du Mont: also, das eine ist natürlich, dass ich immer wieder gefragt werde, wie war das mit Gregory Peck? Oder wie war das mit Nicole Kidman? Oder wie war das mit Anthony Quinn? Oder was weiß ich, Laurence Olivier? Das sind mir alles Dinge, die mir völlig unwichtig sind, weil In dem Moment bin ich Schauspieler und er ist Schauspieler. Und er ist für seine Rolle verantwortlich und ich bin für meine. Dass der 5100 Mal mehr Geld kriegt und mit einer Limousine, Das spielt jetzt keine Rolle. Wir stehen jetzt vor der Kamera. Aber du hast natürlich recht, Die meisten sind... Total beeindruckt. Ich war aber nie beeindruckt. Ich bin nicht von Menschen beeindruckt, sondern wenn ich dann mit Ihnen spreche, finde ich Sie sympathisch. Ich war sehr unsicher, weil ich sehr schlecht behandelt wurde, als ich Anfing in dem Beruf. Die Leute, Die Regisseur mochten mich nicht. Sie fanden mich arrogant und schnösel und weiß ich, was alles. Ich war immer sehr unsicher, wenn ich was gespielt habe und hatte dann immer so diesen fragenden Blick, besonders am Theater. Da stand ich auf der Bühne mit Martin Held, Karl Radatz, solchen Leuten, Das waren damals. Ich würde dir nichts mehr sagen, aber die Megastars am Staatstheater, Da war ich natürlich so völlig unsicher. Ist das okay? Und der Radatz ging auch bei mir vorbei und hat gesagt, wollen Sie es in der Premiere auch so spielen? Da war ich tot. Da war ich tot. Ich habe kein Wort mehr rausgebracht.
Sebastian Krumbiegel: Radatz, Ich habe das, Wie heißt sein Bruder, der Bücher geschrieben hat? KARL Radatz, Glaube ich. Ja,
Sky du Mont: kann sein.
Sebastian Krumbiegel: Das sind schon auch Typen, die so echt austeilen. Die wirklich so richtig, den anderen zu spüren lassen. Ja, ja,
Sky du Mont: aber das ist am Theater, Das waren aber nur bestimmte Leute. Ich hatte aber immer so diesen suchenden Blick zum Regisseur, war das okay? Ich habe es nicht gesagt, aber suchte. Dann drehte ich meinen ersten amerikanischen Film, der eine ziemlich gute Rolle gehabt hat. Und ich spielte eine Szene und guckte den Regisseur an. Und er sagte zu mir, das vergesse ich nie, willst du jetzt wissen, wie du warst? Ich nickte innerlich. Er sagte, Wenn du scheiße, wäre es nicht, hätte ich dich nicht engagiert. Du kriegst Geld, damit Du das machst, wofür du bezahlt, wirst. Und der Kammermann und ich, der Regisseur, Jeder macht seine Arbeit. Da haben wir uns vorher viel Mühe gemacht, um das richtig zu machen. Und jetzt mach's. Und das hat mich geprägt, weil er natürlich recht hat. Du bist verantwortlich für deine Arbeit und die musst du richtig machen. Seitdem bin ich nicht mehr so dieses...
Sebastian Krumbiegel: Naja.
Sky du Mont: Alles okay.
Sebastian Krumbiegel: Und glaubst du, muss ein Regisseur ein Despot sein? Oder kann man auch als Regisseur irgendwie... Also, es gibt ja diese klassischen Dinge.
Sky du Mont: In Deutschland waren sie immer Dispoten.
Sky du Mont: Also, als ich anfing,
Sky du Mont: waren es alles Dispoten. Ich meine, auch die Fernsehregisseure. Boah, haben die geschrien. Franz Peter Wirth, Der ging immer auf Diät, wenn er gedreht hat. Und Arsene und Babydings waren natürlich nur schlecht aufgelegt. Nur schlecht aufgelegt. Oder Xaver Schwarzenberger, Der berühmte Kameramann, Ich weiß nicht, ob ich das was sage, der führte Regie, weil mein Krimi wurde verfilmt. Der hat, so Sachen, zu mir gesagt. Wenn ich dir zuschaue,
Sebastian Krumbiegel: ich langweile mich.
Sky du Mont: Und ich spielte wirklich die Hauptrolle. Ich war jeden Tag dran. Und ich hab fast die Rolle geschmissen. Ich hab fast gesagt, ich kann nicht mehr.
Sebastian Krumbiegel: Aber ist das nicht auch total kontraproduktiv? Natürlich ist es das. Also es inspiriert dich ja, nicht. Natürlich, klar.
Sky du Mont: Du Arschloch. Du machst deine leute kaputt.
Sebastian Krumbiegel: Ja, also, ich will jetzt mal wieder die Analogie zur Musik zu bringen. Natürlich. Wenn wir Produzenten, haben im Studio, Die geilsten Leute sind immer die, die wirklich erstmal dir das Gefühl geben, Alles, was du machst, ist geil. Weil das lässt sich losfliegen, und das lässt sich irgendwie auf die Reise gehen. Sing When You're winning, ist so ein Spruch von Robbie Williams. Wenn du das Winner-Feeling hast, dann wirst du besser. Und wenn dir aber jemand sagt die ganze Zeit, du bist schlecht, du bist klein.
Sky du Mont: Die Generation ist ja sozusagen ausgestorben. Ein Bulli-Zeuge ist einer, der lobt und der freut sich Und der lacht, wenn du spielst. Das baut dich auf. Ich habe wirklich noch die alte Welt erlebt, die gibt es nicht mehr. Gott sei Dank.
Sebastian Krumbiegel: Aber es sind ja dann trotzdem am Ende, Man kann natürlich sagen, dass er die Regie spielt. Das Ergebnis zählt?
Sky du Mont: Ja, nur der Stil hat sich natürlich völlig verändert. Das kannst du dir ja gar nicht mehr anschauen.
Joël Kaczmarek: Das ist wirklich, wenn man ja wirklich so die Welten hört. Vielleicht liegt es auch an meinem Unternehmertum oder so. Wenn ich mit euch auf der Bühne wäre, ich würde nur Fragen stellen, die ganze Zeit. Ich würde aufsaugen, wissen, bis zum Geht nicht mehr. Dann gibt es, glaube ich, irgendwann so einen Saturierungspunkt. Aber das ist so eine gute Eigenschaft. Ja, da staune ich mir, dass Du sagst, dass es irgendwie der Regisseur bei Euch nur macht und nicht der Rest. Ich verstehe das auch. total, was du sagst. Naja,
Sky du Mont: also, naja, Darfst Du mich... Stotter, Stotter, Nicht missverstehen. Es ist so, dass erwartet wird. natürlich, dass wenn du eine Rolle spielst, dass du dich dann wirklich Wochen, Tage, Stunden darauf vorbereitest. Und wirklich nur das machst. Und da haben sie natürlich recht. Du kriegst ja Geld nicht nur für den Dreh, sondern du kriegst das Geld ja auch für die Vorbereitung. Eigentlich sollte es so sein. Und wenn du dann hinkommst,
Sky du Mont: solltest du nur noch die Richtung vorgegeben haben, damit alles dann zusammen geht, weil die Zeit gar nicht da ist, um zu inszenieren.
Joël Kaczmarek: Bereitest Du dich eigentlich alleine vor oder mit deinen Partnern?
Sky du Mont: Nein, alleine, weil die Partner sind ja irgendwo, JWD und das alleine.
Joël Kaczmarek: Ich meine, Ansonsten bei mir ist es immer so, wenn man Medien dargestellt bekommt. Oder Filmaufnahmen, das eine extrem ist, dass Schauspieler, wie du es beschrieben hast, Wie Sophie, in so die Mastbetriebe getrieben werden. Also immer macht das so dieser Kaserneton, was du meintest. Und das andere ist oft, so dieser Diefenton, so nach dem Motto, Die Prima Diva hat sich in ihrem Wagen eingeschlossen, Der Regisseur muss klopfen und mit einem Blumenstrauß sie wieder zum Spielen bewegen. Ist das richtig?
Sky du Mont: Das glaube Ich gibt es nicht mehr. Also, ich habe das nicht mehr erlebt. Wir hatten zwar schon noch, ich habe gedreht, noch, Oh, Gott, wie hieß die denn? Die Grande Dame des Films.
Sebastian Krumbiegel: In Deutschland?
Sky du Mont: Ja, ja, Die war jüdisch und ist dann rausgegangen und hat nochmal in Deutschland gedreht. Das war der Hammer, das war der Wahnsinn. Die konnte auch kein einziges Wort. Und sagte Immer nur irgendwelche, völlig anderen Sachen, und ich guckte immer verzweifelt bei den Regisseuren. Der machte immer nur so, ich schneide es.
Sky du Mont: Ja, weil die Sprach immer völlig anders. Da passten meine ganzen Sätze gar nicht mehr. Das war Bergner. Die Berkner, die alte Berkner, Das würde ich nicht mehr sagen. Berkner war vor dem Krieg Megastar und ist dann wegen der Nazis weggegangen und hat sich geweigert, jemals wieder in Deutschland zu drehen. Und für eine Rolle kam sie dann nach Deutschland. Und da spielte ich ihren Enkel. Und die hat nie irgendeinen Satz gesagt, der stimmte. Ich stand immer völlig verzweifelt, ich wusste gar nicht, was ich sagen soll.
Joël Kaczmarek: Da gibt es da von Francis Ford Coppola, glaube ich, auch eine grandiose Geschichte beim Paten. Da gibt es diese eine Szene, Da liegt der Pate, glaube ich, angeschossen im Bett, nachdem er mit dem Orangenstand umgeschossen wurde. Und dann kommt ein Auftragskiller und will den ja irgendwie ermorden, glaube ich, und wird aufgehalten. Und dann steht der da. Und der Italiener konnte halt kein Englisch, nichts. Und dann ist der irgendwie zu dem Hänger und hat gesagt, Listen, son, just Say una, dos, tres. Und das hat er dann wirklich gemacht, hat dann so eins, zwei, drei auf Spanisch gezählt. Und dann hat er halt jemand anders drüber synchronisiert. Ja, klar. Und man hat es nicht gehört, ja. So.
Sky du Mont: Naja, Das wird oft gemacht.
Joël Kaczmarek: Wie ist es bei Dir sonst mit dem Thema Werbung? Du hast ja auch gesagt, du machst auch Werbesprech. Wie fühlt sich das für dich an? Ist es ähnlich zum Schauspiel, dass du einen Auftraggeber hast, Eine Performance lieferst ab und fertig. Oder ist es was anderes?
Sky du Mont: Ne, das ist natürlich schon. Also erstens mal ist es die Stimme und dann habt ihr, Stimmen haben ja auch Charisma. Also es gibt Stimmen, Die müssen nicht unbedingt gut klingen, aber es gibt Stimmen, die Dich fesseln. Also leider muss ich sagen, hatte Göring, Der war ja ein schrecklicher Mensch, Aber wenn der gesprochen hat, haben halt wirklich Millionen Menschen gejubelt. Heute würde es nicht mehr funktionieren, Weil die ja... Die haben ja nur gebrüllt. Und Brüllen funktioniert bei uns. Gott sei dank ja überhaupt nicht mehr. Im Stimmenhauer, wie gesagt, Charisma. Und natürlich musst du es können. Da habe ich mich auch lange schwer getan. Es gibt ja nur fünf oder sechs, Sieben Aufsprecher, nennen wir das. Natürlich ein sehr schöner Nebenbeijob.
Sebastian Krumbiegel: Ist das ein Ritterschlag, dann eher? Dass du sagst, Hey, geil, jetzt? fragt mich irgendjemand. Und Du gehst für einen Tag in irgendein Studio und sprichst irgendwie fünf Sätze. Und kriegst da echt ein gutes Geld?
Sky du Mont: Für den ganzen Tag? Also ich habe gestern... Ich habe gestern Edle Tropfen in Nuss gesprochen. Da war ich nach, glaube ich, acht Minuten raus. Protek, dreimal. Und das war es. Wenn du es kannst, geht es.
Sebastian Krumbiegel: Aber das ist doch...
Sky du Mont: Aber damals habe ich die Quick gesprochen. Da war ich dann wirklich eine Stunde drin. Da habe ich dann irgendwie 32 Texte gemacht.
Sebastian Krumbiegel: Das ist sozusagen eine Belohnung für deine Arbeit, die du gemacht hast. Ja,
Sky du Mont: das ist natürlich klar. Das ist Handwerk. Wie bei dir, wenn Du dich da an dieses schwarzen, Weißen Tasten...
Joël Kaczmarek: Ich überlege die ganze Zeit, Kann es denn, dass du König der Löwen gesprochen hast?
Sky du Mont: Nein.
Joël Kaczmarek: Ich denke jetzt halt bei den Ska, den dunklen Löwen. Nein,
Sky du Mont: ich mache keinen Synchron.
Joël Kaczmarek: Gar nicht?
Sky du Mont: Grundsätzlich nicht.
Joël Kaczmarek: Warum nicht?
Sky du Mont: Es wird immer behauptet. Kann ich nicht. Liegt mir nicht. Es liegt mir nicht dieses 1, 2, 3. Und Synchronsprecher sind keine guten. Werbesprecher. Komischerweise. Das ist was völlig anderes. Ich kann es wirklich nicht. Ich bin Synchron. Ich habe das immer wieder versucht. Ich war nie gut.
Joël Kaczmarek: Hast du dann sozusagen in dich? investiert? Hast du sozusagen eine Sprachausbildung gemacht, dass du das konntest?
Sky du Mont: Ja, ja. Ja, absolut. Also nein, Wir mussten ja im Theater schon, wir mussten ja jede Woche in den Sprachunterricht gehen. Das findet, glaube ich, ich weiß nicht, ob das heute noch stattfindet, Aber damals fand das statt, das für alle. Das ist schon wichtig.
Joël Kaczmarek: Was machen die da? Was übt man da? Was trainiert man da? Ja,
Sky du Mont: es gibt den kleinen Hai zum Beispiel und Sprechübungen und Lesen und... Malangalau, Malangaloi, Malangalai. Das machen so viele auch vor dem Drehen, Diese Sprechübungen. Brrrr. Ja, ja, genau. Das macht ihr auch, oder?
Sebastian Krumbiegel: Nee, ja, nee, wirklich nicht mehr. WIR machen... Uns drüber lustig. Aber wir haben das als Kinder natürlich gelernt. Also Tomanenkorps war schon eine klassische Ausbildung.
Sky du Mont: Aber es ist doch ätzend, wenn du im Fernsehen, was siehst und du verstehst einen gewissen Schauspieler nicht. Also, ich finde es einfach eine Zumutung. Denn du kannst auch, wie der Brückner hat ja den Marlon Brando im Paten zum Beispiel synchronisiert. Der hat ja auch so eine Stimme.
Sky du Mont: Aber du verstehst trotzdem jedes Wort, obwohl er nur so... Das ist halt dann schon richtiges Können. Thomas muss ihm ein Angebot machen,
Sebastian Krumbiegel: das er nicht ablehnen kann.
Joël Kaczmarek: Ich überlege auch die ganze Zeit, Wie hieß der, der beim Dschungelbuch früher ganz viel gemacht hat, Klaus Havenstein? Kann das sein? Der gefühlt, glaube ich, jeden dritten Film gesprochen hat.
Sky du Mont: Ja, weil. Er war ein ganz bestimmtes Fach. Der spielte, so diese sehr lustigen...
Joël Kaczmarek: Letzte Frage oder letzte Themenrichtung, vielleicht. Wie ist es bei dir? Wir haben ja über digital kompakt gesagt. Ja, finde ich super. Benutze ich als Tool für mich. Benutze Du es auch als Werkzeug nach draußen? Also sind so Social Media oder generell irgendwie...
Sky du Mont: Also, ich habe nie das Mitteilungsbedürfnis gehabt, Das Soziale. So wichtig nehme ich mich nicht. Und dann hat mir meine Agentur gesagt, aber machst du mal, weil du hast Fans und vielleicht Interessierende. Dann habe ich mir überlegt, okay, mache ich Folgendes. Ich nehme Rollenfotos. Ich habe ja sehr viele Rollenfotos. Zum Beispiel habe ich dieses berühmte, wo Sie meine Nase, Ich habe doch in diesem Traumschiff Surprise – Periode 1 eine geklebte Nase, Und dann leckt sie mir doch die Nase und dann gucke ich so in ihren offenen Mund. Und dann habe ich immer irgendwelche Sätze, mache ich dazu. Mein Schatz, du hast ja Riesenmandeln. Oder solche Sachen. Es gibt ein Rollenfoto, Da sind wir Sträflinge und müssen rudern. Otto vorne und ich hinten. So mit nacktem Oberkörper, völlig verschwitzt, Rudern wir diese Galeere. Und dann schreibe ich drunter, Mensch, Otto, Wir hätten doch auch mit dem Zug nach Sylt fahren können. Das geht viel schneller.
Sky du Mont: Das kann man dann kombinieren,
Sky du Mont: weil dann ist es keine Angabe, sondern einfach lustige Info. Und das komischerweise gewirkt, Da haben mich dann zum Beispiel der Daniel Blum, eine der Redakteure vom ZDF, der gesagt hat, Ich wusste gar nicht, dass du mit Gregory Peck gedreht hast und so weiter. Also anscheinend ist Social Media doch wichtig, Aber ich kann jetzt glaube ich wieder einstampfen, weil es fällt mir bald nichts mehr ein.
Joël Kaczmarek: Ich kämpfe da auch mit mir, es ist so, Bei uns ist es ja so, wir kriegen ja dann immer Algorithmen nahegebracht, nach dem Motto, Du musst auf LinkedIn jeden Morgen ein Video machen, weil der Algorithmus von LinkedIn findet Videos toll, Weil da ist die Verweilhauer der Nutzer hoch und so weiter und so fort. Und dann saß ich gestern mit Olli Dittrich hier und der meinte, ja, dieser Scheiße, Ich lasse nichts raus, was nicht perfekt ist. Was soll ich? Ich habe hier was zu verlieren. Wenn ich Kunst mache, muss das auch stimmen. Dann saß ich so da und dachte so, ja, du setzt dich jeden Morgen hin, rotzt da so ein LinkedIn-Video raus. Ich glaube, es ist schon, Den Leuten bringt das schon was. Weil was für mich manchmal rotzt, ist für andere, was trotzdem Neues und Tolles. Also vielleicht klingt das arrogant, das ist nicht gemeint.
Sky du Mont: Aber das ist erkenntlich.
Joël Kaczmarek: Nee,
Sky du Mont: das ist nicht arrogant. Wenn du was kannst, ist der Abstand zu dem normalen Zuhörer natürlich ein riesiger. Und der genießt das, ist ja klar, das ist aber nichts. Eitles, finde ich, das finde ich völlig okay. Ich persönlich finde nur einfach, was mich auch geärgert habe, es gibt ganz viele. Sky du Mont auf Facebook, auf Instagram. Das finde Ich scheiße, das finde ich ärgerlich. Und dann haben die gesagt, ja, du kannst dich ja verifizieren lassen. Okay, habe ich denen geschrieben, habe eine Kopie meines Personalausweises geschickt, kam eine Antwort, nee, wir verifizieren Sie nicht. Sie können sich in 30 Tagen wieder melden. Da war ich schon auf 180. Dann habe ich 30 Tage gewartet, habe dann wieder gemacht, haben Sie mich wieder abgelehnt. Das ist für mich ein Grund, es zu löschen. Also das habe ich nicht nötig.
Joël Kaczmarek: Finde ich blöd.
Sky du Mont: Facebook mache ich gar nicht.
Joël Kaczmarek: Ich finde generell auch, vielleicht erlebst du es ja auch, Deine Handwerk geht 60, 90 Minuten lang. Ich merke, die Leute, wenn Sie 60 Sekunden Aufmerksamkeit haben, ist ja manchmal viel.
Sebastian Krumbiegel: Wie läuft es mit deinem Fernsehsender? Gut. Davon lebe ich, nicht nur ich. Was meinst du? Skala, was meinst du? Ach so, ach so.
Joël Kaczmarek: Baby. Noch nie gehört. Jetzt schütteln Sie uns. Ja, genau. Das ist ja wie ein Kalaus. Ja, genau. Was dürfen wir denn von dir noch erwarten? demnächst? Worauf darf man sich freuen von dir?
Sky du Mont: Keine Ahnung, weiß ich nicht. Du weißt du, ich bin in einem Alter, wo man anfängt, es ist jetzt nicht Fishing, aber ich lerne mühsam, dass es tatsächlich aufräumen, ist.
Sky du Mont: Weißt du, ich werde nie mehr ein Haus bauen, Ich werde auch mal keine Wohnung kaufen, Ich werde nicht mehr Tennis anfangen, zu spielen. Mich interessiert kein neues Auto. Und das ist schwierig. Über diese Grenze, Ich bin jetzt über 70 und ich will auch nicht jammern, das ist ja alles ganz toll. Aber irgendwo, mein Leben hat sich total verändert. Wie gesagt, es ist nicht jammern, aber es ist nur ein völlig fremder Abschnitt. Weil ich immer, euch, geht es genauso wahrscheinlich, ich habe immer irgendwas gemacht, geplant, geschrieben, gespielt, gewollt. Und dann kommst du irgendwann mal und denkst so, nee, das ist irgendwie fast vorbei. Das ist Kacke.
Sebastian Krumbiegel: Aber das liegt ja an dir. Also kannst du dir nicht vorstellen, dass Du irgendwie nochmal total angefixt wirst durch irgendeine Idee, durch irgendwas, wo du denkst, Boah ey, Ich bin zwar über 70, also ich will jetzt ein zweites Mal wieder. Sag mir eine Idee, Gib's mir.
Sky du Mont: Ich hab Theater gespielt, Ich hab Bücher geschrieben, ICH hab... Bücher geschrieben, Die verfilmt wurden. Ich war in Hollywood. Bauchtanz, Ja super.
Sebastian Krumbiegel: Podcast.
Sky du Mont: Podcast. Der Podcast ist für dich ziemlich spannend.
Sebastian Krumbiegel: Es ist wirklich spannend, weil du lernst Leute kennen. Das haben wir auch welche schon angeboten.
Sky du Mont: Ich produziere es dir. Produzierst du Podcast? Ja. Ja, sag mir ein Thema.
Sebastian Krumbiegel: Dann machen wir mal ein Brainstorming.
Sky du Mont: Weil das funktioniert, nicht? Die Leute machen das. Ich habe mir das jetzt mit meiner Tochter gedacht. Du, wir müssen uns noch schnell Podcast runterladen. Ich habe gar nicht mehr gefragt, was.
Joël Kaczmarek: Das ist halt so eine Schwemme. Das ist, so der Schmerz, gerade zu Corona, weil es ja relativ leicht gemacht ist. Also, wie bei allen Dingen im Leben, wenn du es mal einmal ausprobierst, ist es simpel. Wenn du es dann aber industriell machst, wenn du es mit einem Anspruch machst, wenn du es mit Qualität machst, dann kommen ja sozusagen die Ebenen rein. Nevertheless, Es ist ein Medium, was einfach gemacht ist im Vergleich zu Film. Und dadurch hast du halt so viel, also Es passieren zwei Dinge. Das erste ist, als geneigter. Hörer Hast du riesiges Angebot, Mehr Auswahl. Und das Zweite ist, Die typische Hörgelegenheit ist auf dem Weg zur Arbeit oder in irgendeinem Transit oder beim Sport. Dann gibt es noch welche beim Putzen, beim Spazieren, Aber Sport und Transit sind durch Corona zu großen Teilen weggefallen.
Sky du Mont: Natürlich.
Joël Kaczmarek: Also machst du Mathematik und sagst, Mehr Angebot, Weniger Hörgelegenheiten ergibt mehr Kampf. Aber trotzdem, bei uns ist es ganz nett, da wirst du mir, glaube ich. Recht geben, Podcast ist so ein Medium, Wir empfinden es nicht so stark als Konkurrenten, weil es sich eigentlich ergänzt, Es ist wie bei euch Schauspielern, Man ist jetzt nicht irgendwie der gegen den und mh.
Sky du Mont: Aber wie findet jetzt der Kunde sozusagen das Thema, Was er sucht? Der eine will, was über Hundewissen, der andere will irgendwie, keine Ahnung, Wie findet man das?
Joël Kaczmarek: Also, ich glaube, Die üblichen Pfade sind... Es gibt halt Plattformen, Sowas wie Spotify, Apple und Co. Oder Deezer oder Google Podcasts. Das heißt, da hat man so sein Universum und Spotify und Apple sind, glaube ich, so die einfachsten, um einzutreten. Und da gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Du kriegst, was vorgeschlagen, was ich immer ein bisschen schade finde, weil Die Großen werden eigentlich immer größer. Darauf läuft es hinaus. Du hast Charts, wo die Großen auch immer größer werden. Oder du hast halt einen Suchschlitz und sagst, okay, ich will jetzt irgendwie Erziehung, zum Beispiel. Dann sagst du irgendwie Erziehung, Kindererziehung oder gibst einen Namen ein. Und tak, tak, tak, tak, hast du eine unendliche Liste. Oder du bist halt Fan von was. Also wie viele Influencer kenne ich, Die sagen hier auf Instagram, Leute, ich habe mal einen Podcast aufgenommen, hier die Folge in der Bio Oben und zack, Bist du drauf. Und das ist ein Schmerz. Also, das ist ja so, Kuratierung ist eins. Und wie sagt man, Discovery, also Entdeckung von, Wie findet man die? Und das ist ein Schmerz. Also den Merken ja auch Kollege Sebastian Krumbiegel und ich. Ich glaube, Qualität setzt sich durch. Es kommt, es ist wie früher.
Sky du Mont: Früher hatte jeder einen Block.
Joël Kaczmarek: Da war es En vogue, einen Block zu haben. Wie viele Leute haben das jetzt noch? Ich glaube, Irgendwann trennt sich die Spreu vom Weizen. Wir hätten es zu uns gesagt, du musst Qualität haben,
Sebastian Krumbiegel: Beharrlichkeit,
Joël Kaczmarek: Konstanz, Also das ist so, Frequenz ist wichtig.
Sebastian Krumbiegel: Wir machen das ehrlich wirklich nach dem Lustprinzip, und wir haben jetzt irgendwie bis jetzt, weiß ich nicht, über 20, 25, 30 Sachen aufgenommen mit unterschiedlichen Menschen.
Sky du Mont: Schneidet Ihr dann?
Sebastian Krumbiegel: Ein bisschen, aber wenig. Wenn irgendjemand danach sagt, du, hier habe ich mich irgendwie vergaloppiert, hier ist irgendwie nicht so mein... Dann wird das rausgenommen. Aber das Schöne ist ja, du hast viel Zeit und kannst wirklich auch in die Tiefe gehen. Und für uns als diejenigen, die eben die Interviewer sind, der Gäste, die wir haben, Das ist immer wieder spannend und immer wieder anders. Das ist toll,
Sky du Mont: weil ihr sehr verschiedene Leute habt.
Sebastian Krumbiegel: Das ist total geil. Ich habe gestern Abend im Bett irgendwie geraten und habe gedacht, was hast du heute? Hier im Bett? Ja, hier im Bett.
Sky du Mont: In der Riesensuite?
Sebastian Krumbiegel: Nein, in der größeren Suite. Das ist die Präsidentensuite.
Sky du Mont: Da siehst du schon wieder die Unterschiede, verstehst du? Da kommen nur die richtig geilen Typen rein. Und du schläfst im Stehen, dann, oder was?
Joël Kaczmarek: Nein, Sebastian gibt sich, Der hat ein kleineres Zimmer. Ich durfte diesmal die Suite nehmen. Nein, aber es ist so, weiß ich nicht. Ich sag es mal so, wir machen ja immer Drehtage. Das ist ja vielleicht für die Hörerinnen und Hörer mal interessant, wo wir wirklich zwei, Drei Personen auf einen Tag legen. Und ich glaube, es ist wie nach einem Konzert. Das kannst du besser sagen. Du kannst abends nicht schlafen, weil du bist. Körperlich erschöpft, aber geistig total aufgeputscht. Du hängst unter der Decke und... Und das war das erste Mal, dass ich mir vorstellen konnte, Wieso Alkoholismus bei Musikern, Vielleicht auch bei Schauspielern, weiß ich nicht, Ein Thema ist.
Sky du Mont: Oh, ja, hallo, aber hallo. Gibt es eine wunderbare Geschichte von Ulrich Haupt. Ich würde ihnen nichts mehr sagen, war damals einer der großen Theaterschauspieler, schwerst Alkoholiker, sitzt im Thalia-Theater hier mit Ingrid und André. Und es klopft an der Tür, Er macht sich gerade fertig für die Hauptrolle, Lulu. Und dann kommt ein junger Kollege und sagt, Herr, Haupt, sie sind hier der Protagonist des Theaters, Ich wollte sie was fragen, ich muss im nächsten Stück betrunken, spielen. Ich sage, kein Problem, trinkst du vier Schnapsen und zwei Bier, dann geht das. Geht das dann wirklich? Das machen wir seit Generationen, so.
Sky du Mont: Die haben immer besoffen gespielt. Und die Geschichte, die ich mir vorstelle, Geschichte ist wahr. Und nach der Pause kommt der junge Kollege und sagt, Herr, Haupt, Ich habe ein Problem, weil ich muss ja dann im zweiten Akt nüchtern sein. Ja, das spielst du dann. Weil das haben die gemacht. Die waren alle besoffen, haben nüchtern gespielt. Und ich weiß noch, wie der Ulrich Haupt bei uns war. Und Willy Brandt gewann damals die Kanzlerwahl und war Knülle. Und er ging an den Fernseher und sagt, der ist total besoffen. Das sehen wir nicht. Und zwar fixieren die anscheinend immer irgendeinen Punkt, Nur der Körper bewegt sich ein bisschen.
Joël Kaczmarek: Sag mal, was du vorhin meintest mit diesem neuen Lebensabschnitt. Ich erinnere mich an eine Folge. Bill Cosby, die hat sich mir eingebrannt. Da liegt Cliff Huxtable mit Claire Huxtable im Bett. Also auch, wenn man das jetzt wegen der ganzen Genese, was sich um den Typen entspannt, anders sieht. Aber das fand ich echt interessant. Da sagt er, Claire, weißt du, das ist zu schwer mit dem Alter. Als ich 19 war, habe ich gedacht, ich kann alles werden. Raumfahrer, Spitzensportler, Arzt oder Anwalt. Mit 30 weiß ich schon, okay, Den Raumfahrer kann ich irgendwie schon abhaken. Und den Sportler auch. Jetzt bin ich Arzt. In zehn Jahren kann ich, also seine Story war, je älter, ich werde, desto enger wird mein Möglichkeitsrahmen. Und er war so ein bisschen deprimiert und hat sich halt bei ihr gesucht. Ist es das, was du meinst? Dass man irgendwie im fortgeschrittenen Alter Halt auch nicht mehr den Horizont hört?
Sky du Mont: Was macht das mit dir? Wie liegst Du damit um?
Sky du Mont: Gar nichts. Scheiße. Ja, man räumt auf. Weißt du, man denkt sich eigentlich, Musste ich jetzt ein Testament machen? Und was mache ich mit meinen Kindern? Es ist lächerlich, aber es ist tatsächlich so. Es ist wirklich so.
Joël Kaczmarek: Was hat Dir sonst im Leben immer inhaltlichen Halt gegeben? An deiner Arbeit?
Sky du Mont: Nee, die Arbeit war mir nie wichtiger als mein Privatleben. Nie. Es war für mich immer ein Job. Aber das liegt natürlich daran, dass ich kein Schauspieler werden wollte. Und nach wie vor die Öffentlichkeit nie gesucht habe. Und als Schauspieler bist du immer in der Öffentlichkeit. Ich habe mich wahnsinnig schwer getan, auch mit Publikum und mit Leuten. Das liegt mir nach wie vor nicht. Deswegen bin ich ja froh, dass ich nicht mehr auf irgendwelche Verleihungen gehen muss, wo ich dann Grins Grins über den roten Teppich gehe. Das hasse ich wie die Best. Das spiele ich jetzt mittlerweile. Das kann ich spielen. Natürlich kann ich strahlen und Interviews geben und hallo, aber es liegt mir überhaupt nicht.
Sky du Mont: Was hat mir halt gegeben? Eigentlich mein Privatleben.
Sebastian Krumbiegel: Und was ist, mal nassforsch gefragt, rausgehend nach einer neuen Liebe suchen, die über den Weg läuft?
Sky du Mont: Mit 73?
Sebastian Krumbiegel: Ja, na klar.
Sky du Mont: Na, klar, der steht dir etwas im Wege.
Sebastian Krumbiegel: Ich glaube das ja nicht. Wir beide, Sky, Du und ich, Wir haben definitiv weniger Zeit vor uns, als wir hinter uns haben, in unserem Leben. Hast du schön gesagt. Ja, aber ich sage mir das wirklich selbst. Und ich versuche immer in letzter Zeit mehr und mehr mir zu sagen, hey, die Zeit, die dir bleibt, dass du das gar nicht resignativ klingst. Ich möchte gerne die Zeit, die mir bleibt, mit Menschen verbringen, die mir gut tun, und ich möchte nicht irgendwie gestresst und genervt sein. Das habe ich alles gehabt und habe mich auch versucht, zu vermeiden, Aber ich versuche mich, mit Leuten zu umgeben, DIE mir... Wohltun. Und das ist doch erstmal ein Ding, weil das Klang eben so ein bisschen resignativ von dir. Ja,
Sky du Mont: das kann ich dir auch erklären, warum. Es ist so, dass ich nicht sehr am Leben hänge. mehr.
Sebastian Krumbiegel: Oh, nee.
Sky du Mont: Nee? Ich sag dir auch, warum. Meine Mutter ist gerade gestorben und die wollte leben. Die war 97 und sie war krank, und es mussten Leute kommen. Entschuldige, Wenn ich das so krass, sage, ihren Darm leeren. Und ich guckte dazu, und ich habe gedacht, nein, nein, weil Sie nie es geschafft hat, von diesem Gesund sein, zu sagen, okay, aus. Und ich will so sterben, dass ich selber entscheiden kann.
Sebastian Krumbiegel: Darum kann man sich ja kümmern. übrigens, ja. Ja,
Sky du Mont: inzwischen in Deutschland schwierig, immer noch. Ich bin ja Mitglied bei EXIT in der Schweiz.
Joël Kaczmarek: Ich habe einen Bekannten, der ist das gerade, Sein Vater hat das gerade davon gebraucht.
Sky du Mont: Endlich ist es erlaubt.
Sebastian Krumbiegel: Ich habe einen Freund, der ist Anästhesist, und ich sage ihm immer, Hey, sag, mal, du hast ja garantiert zu Hause eine Pille rumliegen. Nein, nicht eine Pille,
Sky du Mont: dieses wunderbare Narkosemittel, das Popofol. Du weißt, das ist die meiste Ärzte und Apotheker, Selbstmord mit Popofol. Du gibst eine Spritze, schläfst ein und bist tot.
Joël Kaczmarek: Wie hieß denn hier der Playboy, damals, der sich auch das Leben genommen hat, weil er zu alt wurde?
Sky du Mont: Sachs, Der hat sich erschossen. Das muss auch ziemlich eklig sein. Muss ja das ganze Wohnzimmer nachher machen. Bevor du die Bude verkaufst. Nein, es ist nicht so, dass ich selbstmordgefährdet bin, dass ihr mich nicht missversteht.
Joël Kaczmarek: Ja, es kann so sein.
Sky du Mont: Ich will nicht, weißt du, plötzlich hast du einen Schlaganfall.
Sebastian Krumbiegel: Richtig. Der steht morgens auf,
Sky du Mont: hat einen Schlaganfall und kann sich nicht mehr bewegen. Dann ist es zu spät. Scheiße. Ich will doch nicht wie eine lebende Leiche rumgeschoben werden.
Sebastian Krumbiegel: Aber trotzdem ist doch um das mal, Ich komme jetzt fast wie ein Therapeut vor. Du überfährst mich dann.
Sky du Mont: Du setzt dich einfach nicht drauf, da kriege ich keine Luft mehr.
Sebastian Krumbiegel: Nein, aber es gibt doch viele Sachen, die man noch ausprobieren kann, die man machen kann. Irgendwie was weiß ich. Ja, sicher, natürlich,
Sky du Mont: aber ich glaube, er hat mich, glaube ich verstanden, du natürlich nicht.
Sebastian Krumbiegel: Natürlich nicht, ja. Nee, ich verstehe sowas wirklich nicht oder ich möchte es nicht verstehen. Also natürlich, Wenn es keinen Spaß mehr macht, dann möchte ich bitte auch lieber heute als Morgen, irgendwie zack. Das zeitliche segnen. Aber ich glaube, dass das Leben schön ist und dass man das Leben genießen sollte. Und dass man von mir aus auch alles mitnehmen sollte, was geht. Oh. Solange man keinen Weg hat. Hoffentlich hast du das jetzt aufgelaufen. Ja, da stehe ich auch zu.
Sky du Mont: Du musst ja ein Sebastian Krumbiegel willen, wenn es mitnehmen, was es noch bietet.
Sebastian Krumbiegel: Nein, das Leben. Ich bin ein Hedonismus-Freund. Ich finde das geil. Ich kann da auch nicht über meinen Schatten springen. Ich will auch nicht so tun. Nein, das ist ja okay. Ich will kein Langweiler sein. Das ist okay. Ich will rausgehen, will Sachen erleben und will mich irgendwie kicken. Ich will mich irgendwie herausfordern und die Welt sehen.
Joël Kaczmarek: Ich kämpfe gerade mit mir, was du gesagt, hast. Ich finde, da steht ganz viel Größe drin. Einfach so Realismus und Respekt vor sich selber und vor anderen. Also, da geht es ja auch um Partnerschaft, klang ja ein bisschen bei dir auch vorhin an, so nach dem Motto. Natürlich.
Sky du Mont: Ich habe immer gesagt, ich entziehe mich meiner Frau. Dann gehe ich in ein Altersheim. Das will ich nie. Ich will nicht, dass meine, entschuldige, ich unterbreche dich, Vergiss nicht. Ich will nicht, dass eine Frau, die mich liebt oder meine Kinder mir die Windeln wechseln müssen.
Joël Kaczmarek: Ja, das ist was, womit ich mich auch sehr aktiv auseinandersetze. Mir geht es da auch so wie dir. Ich habe das irgendwie bei Verwandten auch erlebt, wenn eigentlich das so ein dahinvegetieren ist. Am schlimmsten Fall über Jahrzehnte habe ich auch aus der Verwandtschaft gesehen.
Sky du Mont: Du kannst auch nichts mehr machen, dann. Dann bist du ja völlig...
Sebastian Krumbiegel: Du kannst aber eine Patientenverfügung machen, zum Beispiel. Du kannst das ja alles heutzutage, irgendwie schon... Aber nicht,
Sky du Mont: wenn du sitzt und noch richtig atmen kannst, wirst du nie. Die Genehmigung bekommen.
Sebastian Krumbiegel: Dann brauchst du einen Kumpel, der dir Propofol gibt.
Sky du Mont: Das ist schwierig, weil der Macht sich damit strafbar.
Sebastian Krumbiegel: Dann muss der über die Schweiz kommen. Hey, ich weiß es doch auch nicht so genau. Und ich finde das auch, also ich verstehe ja genau, was du meinst.
Sky du Mont: Wir müssen jetzt auch vorsichtig sein, dass wir hier nichts...
Joël Kaczmarek: Also es ist, glaube ich, Ein Heavy-Hitter als Thema. Den Wert des Lebens sollte man hier hochhalten. Deswegen hast du einen wichtigen Punkt.
Sky du Mont: Gar keine Frage. Absolut. Und da sind wir uns, glaube ich, auch einig.
Joël Kaczmarek: Aber ich verstehe, was du meinst. Und ich glaube, da fehlt mir besonders die Perspektive, und Sebastian, aber auch noch, Wenn man über 70 ist und in deiner Karriere alles geschafft hat, dann ist so ein Breaking-Point. Und dann muss man sich überlegen, was kommt als nächstes oder wo geht es hin? Da kann man nicht mitreden, wenn man nicht in deiner Liga ist, glaube ich.
Sebastian Krumbiegel: Wir haben ja heute schon mehrfach über Udo Lindenberg gesprochen. Und der wohnt hier in diesem Haus. Und als ich ihn gestern getroffen habe, habe ich gedacht, hey, der Typ, Der ist 20 Jahre älter als ich. Und ich habe ihn kennengelernt, als er bedeutend jünger war, als ich jetzt. Das ist eben jetzt fast 30 Jahre her. Und er ist nach wie vor ein Fitter Kerl. Er ist im Kopf vor allem wach. Er ist irgendwie... Und er hat Sachen vor. Er hat eben Pläne. Und er spricht ja eben von... Es ärgert ihn tierisch, dass die Tour wegen Corona ausgefallen ist. Er hat wirklich Pläne und sagt, das machen wir so und so. Dann haben wir den Plan. So hat er es nicht gesagt.
Sky du Mont: Ja,
Sebastian Krumbiegel: das ist doch ein Problem.
Sky du Mont: Das finde ich faszinierend. Ich habe Udo damals, als er den Musikpreis gewonnen hat, Udo, ich gratuliere dir, der fiel mir in die Arme, weil er so voll war. Ich liebe Udo. Es ist gut, dass wir ihn kennengelernt haben. So möchte ich aber trotzdem nicht werden. Ich finde Ulo, eine Kuse Sau. Aber bei ihm passt das Halt einfach.
Sebastian Krumbiegel: Nee, aber er ist ja sowas von reflektiert. Das ist das Geile. Er ist sowas von kontrolliert und reflektiert. 74.
Joël Kaczmarek: Ich weiß nicht, ich muss an so einen Spruch denken, den neulich jemand zu mir gesagt hat. Der hatte zwei Sachen zu mir gesagt. Das eine war, dass er meinte, Mein Leichentuch hat keine Taschen. Ja,
Sky du Mont: das ist ein berühmtes Ding. Mein letztes Hemd hier.
Joël Kaczmarek: So, und das Zweite war, Ich habe die Geschichte schon mal, erzählt, aber ich glaube, die ist ganz nett, Das Bild, dass er sagte, man journaliert immer vier Bälle im Leben. Die Gesundheit, die Familie, die Freunde und die Arbeit. Und wenn dir einer dieser Bälle runterfällt, Der Einzige, der nicht aus Glas ist, ist die Arbeit. Das ist ein Tennisball, der fliegt wieder hoch. Das fand ich ein schönes Bild.
Sky du Mont: Das ist ein gutes Bild, ja.
Joël Kaczmarek: Und ich glaube, jetzt habe ich endlich die Antwort auf deine Frage, wie es mir damit geht.
Sky du Mont: Cool.
Joël Kaczmarek: Solange du Gesund bist, ist, glaube ich, alles immer easy. So, das ist, glaube ich, eine Prämisse. Wenn du nicht gesund bist, wird die Diskussion eine andere. Aber sagen wir mal, unter der Prämisse, dass du gesund bist, ist, glaube ich, Das Einzige, was du mit deinem Grabtuch mit ins Jenseits nehmen kannst, Erfahrung. Also Dinge, die du erlebt hast. Das heißt, wenn ich Geld ausgebe, finde ich viel besser daran, das in eine Erfahrung zu investieren, als in ein Hab und Gut. Wenn Ferrari und mit 300 über die Autob
